21. Februar 2020
Menschen

40 Jahre Partnerschaft: Sousse zu Gast

Delegation aus Tunesien wurde auf Schloss Richmond empfangen – Gruppe beim Schoduvel

Dr. Mohamed Ikbel Khaled, Bürgermeister aus Sousse trägt sich im Beisein von Oberbürgermeister Ulrich Markurth ins Goldene Buch der Stadt ein. Foto: Birgit Wiefel

Braunschweig. Normalerweise reicht ein Satz mit Unterschrift, doch Dr. Mohamed Ikbel Khaled hatte viel zu sagen. Fast eine halbe Seite füllte der Bürgermeister aus Sousse im Goldenen Buch der Stadt – ein Zeichen für die Dankbarkeit und Wertschätzung, die der Tunesier für Braunschweig empfindet.

Seit 40 Jahren gibt es zwischen Sousse und Braunschweig eine Städtepartnerschaft. Zum Jubiläum war eine ganze Delegation aus der nordafrikanischen Stadt angereist und wurde in Schloss Richmond feierlich empfangen. Der Termin war nicht zufällig gewählt. „Seit drei Jahren beteiligt sich Sousse auch am Schoduvel“, freute sich Oberbürgermeister Ulrich Markurth.

Mit Trommeln, der dudelsackähnlichen Zukra und Gesang wird die Fußgruppe aus Sousse für Stimmung im Schoduvel sorgen. Der Austausch mit Tunesien beschränkt aber sich aber längst nicht nur auf Folklore.

In einem gemeinsamen Umweltprojekt arbeiten Braunschweiger und tunesische Wissenschaftler zusammen, um den südlich von Sousse gelegenen, stark belasteten Fluss Hamdoun wieder sauberer zu machen.

Im November 2014 hatte die Stadt Braunschweig gemeinsam mit der TU Braunschweig einen Workshop veranstaltet, in dem sich tunesische Organisationen für Umwelt, Landwirtschaft und Abwässer über die Umsetzung des Umweltschutzes in Deutschland informierten. „Das Projekt will letztlich auch den Umweltgedanken stärker ins Bewusstsein der Tunesier rücken“, blickte Bürgermeister Dr. Mohamed Ikbel Khaled in die Zukunft.

Der Fluss Hamdoun südlich von Sousse ist stark belastet und soll mit Hilfe von Fachleuten sauberer werden. Foto: BZV-Archiv

Apropos Zukunft: Noch in diesem Jahr geht ein ganz neuer Austausch an den Start. Fachleute aus Deutschland wollen ihre Kollegen in Tunesien darüber informieren, wie der Brand-, Zivil- und Katastrophenschutz hierzulande funktioniert. Christoph Unger, Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz- und Katastrophenhilfe, war eigens zu dem Empfang auf Schloss Richmond gekommen.

„Nur wenn wir uns kennenlernen, können wir einander verstehen und vertrauen“, betonte Oberbürgermeister Ulrich Markurth den Sinn der Städtepartnerschaft und frotzelte, dass die Braunschweiger in puncto Fußball auch noch einiges von den Tunesiern lernen können. „ES Sahel Sousse steht ziemlich weit oben in der 1. Liga – das würde ich auch gerne von unserer Eintracht sagen.“

Im Oktober wird Markurth einen Gegenbesuch in Tunesien machen.

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