Stadt erinnert: "Das Ringgleis gehört nicht nur den Radfahrern" | Neue Braunschweiger
21. August 2020
Fahrrad

Stadt erinnert: „Das Ringgleis gehört nicht nur den Radfahrern“

Am alten Nordbahnhof wird es öfters eng - Neue Piktogramme werben für Rücksichtnahme

Am Haus der Kulturen kommt es häufiger zu Konflikten auf dem Ringgleis (v. l.): Adama Logosu-Teko (Haus der Kulturen), Klaus Bluhmbohm (Bellis), Frank Lehrmann (Referat Stadtgrün) und Holger Herlitschke (Umweltdezernent).  Foto: Birgit Wiefel

Nordstadt. „Zu schnell“, „rücksichtlos“, „nicht klar geregelt“ – in den vergangen Wochen haben sich die Klagen zum Ringgleis gehäuft. Vor allem an neuralgischen Punkten wie dem alten Nordbahnhof kommen sich Fußgänger und Radfahrer immer wieder ins Gehege. Die einen queren hier mit Schwung den Mittelweg, die anderen nutzen den Weg für einen gemütlichen Spaziergang. „Das Ringgleis ist ein Riesenerfolg, aber dadurch ist auch der Verkehr stark gestiegen“, sagt Umweltdezernent Holger Herlitschke.

Die Verwaltung appelliert erneut an ein gutes Miteinander. „Gemeinsam mit Rücksicht“ – dieses Piktogramm steht ab sofort nicht nur am Nordbahnhof, sondern wird in den nächsten Tagen auch an der Okerbrücke, am Bahnhof Gliesmarode, am Rangier- und am Westbahnhof aufs Ringgleis gemalt. „Der Weg gehört allen – nicht nur den Radfahrern“, erinnert Herlitschke.

Wie beliebt das Ringgleis inzwischen geworden ist, belegen Zahlen. „Bei der Planung rechnete man mit rund 1000 Nutzern am Tag, inzwischen sind es 2000“, ordnet Frank Lehrmann vom Referat Stadtgrün ein. Vor allem der vorläufige Ringschluss Ende 2019 und die neue Nordstadt hätten der Route Auftrieb gegeben. „Corona hat die Entwicklung dann noch einmal rasant beschleunigt“, sagt Dezernent Holger Herlitschke über ein geändertes Freizeitverhalten durch Kurzarbeit und Homeoffice.

Das Problem: Das Ringgleis kann nicht einfach mitwachsen. „In vielen Bereichen ist die Breite des Weges durch die ehemalige Bahntrasse vorgegeben und kann nicht entscheidend verändert werden“, macht Herlitschke klar. Fußgänger und Radfahrer zu trennen wie am Westbahnhof, sei deshalb nicht überall möglich. Darüber hinaus führe die Farbe des Asphalts zu Missverständnissen. „Dort, wo er dunkel ist, denken Radfahrer schnell, der Weg gehöre ihnen“, sagt Frank Lehrmann. Die Verwaltung bessert deshalb noch einmal nach. Neben den neuen Piktogrammen, ändert sie an neuralgischen Stellen den Belag: Der Asphalt erhält dort eine ockergelbe Beschichtung , die künftig signalisiert: Auf dem Ringgleis haben Fußgänger und Radfahrer gleiche Rechte.

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