50 Euro für ein Busticket? Zu viel!

Grüne und SPD: Schülerfahrkarten verbilligen

Bringen das Thema Schülerfahrkarten in die nächste Ratssitzung (v.l.): Christoph Bratmann, Vorsitzender der SPD-Fraktion, und Elke Flake, Vorsitzende der Grünen-Fraktion. Auch die BIBS hat einen Antrag vorbereitet, fordert allerdings nicht ermäßigte, sondern kostenlose Fahrkarten. Fotos: bw

Braunschweig. „Die Zeit ist reif“ sagt Elke Flake (Grüne) mit Nachdruck. In der nächsten Ratssitzung wollen ihre Fraktion und die der SPD einen Antrag auf kostengünstige Schülertickets stellen.

Auch die BIBS hat sich hinter die Forderung gestellt, geht sogar noch einen Schritt weiter: Statt verbilligter Tickets plädieren sie für kostenlose Fahrkarten.
Die Fraktionen treiben damit ein Thema voran, das schon seit sieben Jahren in Braunschweig gärt. „Wir wünschen uns eine regionale Lösung, aber sollte sie nicht machbar sein, dann wird es eben erstmal nur eine Umsetzung auf kommunaler Ebene geben“ gibt sich Flake kämpferisch.
Und darum geht es: Seit 2011 fordert der Stadtschülerrat kostenfreie Schülertickets. Bislang gibt es die nur für die Sekundarstufe I und auch nur wenn der Schulweg weiter als zwei Kilometer ist. Für alle anderen sowie für Schüler ab Klasse 11 und Berufsschüler heißt es: zahlen. 49,30 Euro kostet eine Monatskarte im Stadtgebiet Braunschweig. Zu teuer sagen die Fraktionen.

SPD-Vorsitzender Christos Pantazis.

Spätestens zum Schuljahr 2019/2020 soll es nach Willen von Grünen und SPD ein „deutlich günstigeres Ticket“ für die Schüler geben. „Wir sprechen hier von maximal zwanzig Euro für das Stadtgebiet Braunschweig“, nennt Christoph Bratmann, SPD-Fraktionsvorsitzender, schon einmal vorsichtig Zahlen.
Das Ticket soll dann ohne Ausnahme für alle Schüler und für das ganze Jahr gelten und in einem zweiten Schritt auf die Region ausgeweitet werden. „Die Verwaltung wird beauftragt, dazu – möglichst in Absprache mit dem Regionalverband Großraum Braunschweig – Verhandlungen mit dem Verkehrsverbund Region Braunschweig aufzunehmen“, heißt es in dem gemeinsamen Antrag, den die Fraktionen zur Ratssitzung am 4. September einreichen wollen.

Klar ist jetzt schon: Die Stadt wird das Defizit, das dem Verkehrsverbund entsteht, ausgleichen müssen, doch für Grünen-Chefin Elke Flake ist die Signalwirkung wichtiger: „Wenn wir jetzt vorangehen, müssen die anderen Kommunen reagieren“, ist sich Flake sicher. Auch an das Land werde ein Zeichen ausgesendet. Das, so erklärten Christoph Bratmann, der auch Mitglied im Niedersächsischen Landtag ist, und SPD-Vorsitzender Christos Pantazis, habe die kostenfreien Schülertickets mit in den Koalitionsvertrag aufgenommen. „Mit einer Umsetzung ist in den kommenden zwei Jahren allerdings sicher nicht zu rechnen“, dämpft Bratmann zu hohe Erwartungen.

Im Gegensatz zur BIBS sehen Grüne und SPD bei der „kleinen Lösung“ keine Chance für Gratis-Fahrkarten, wie sie anfangs auch der Stadtschülerrat forderte. „Ein solches Angebot würde ein Loch von drei bis vier Millionen Euro jährlich in die Kasse der Verkehrs-GmbH reißen“, rechnet Flake vor und ist froh, dass inzwischen auch die Schüler von der Maximalforderung abgerückt und zu Kompromissen bereit sind. „Im Verlauf der Diskussionen haben wir immer wieder versucht klar zu machen, welch dickes Brett hier gebohrt wird“, so Flake. „Wenn es um kostenlose Fahrkarten geht, schnippt keine Kommune mal eben mit dem Finger.“

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