„Ableger“ will jetzt wachsen | Neue Braunschweiger
10. Mai 2014
Menschen

„Ableger“ will jetzt wachsen

Großer Andrang am Eröffnungstag: Klostergärtnerei Riddagshausen hat Betrieb aufgenommen.

Zu kaufen gab es auch gestern schon eine Menge. Der Eigenanbau kommt aber erst jetzt richtig in Gang. Anfangs sollen acht Menschen mit Behinderung in der Gärtnerei arbeiten. Fotos: T.A.

Von Marion Korth, 11. Mai 2014. Braunschweig. Der Rote Heinz oder doch lieber die Indische Fleischtomate? Am Eröffnungstag lockte die Klostergärtnerei Riddagshausen nicht nur mit Geranien und Balkonblumen, sondern auch Tomaten- und Gemüsejungpflanzen.

„Unsere Eigenproduktion steckt noch in den Kinderschuhen“, sagte Olaf Redlin, zuständig für die Projektleitung dieses „Ablegers“ der Neuerkeröder Werkstätten in Rautheim. Demnächst aber müssen keine Pflanzen mehr dazugekauft werden. Drei Gewächshäuser der ehemaligen Stadtgärtnerei wurden bereits komplett saniert und mit neuer Klimatechnik ausgerüstet. Wenn alles fertig ist, stehen 900 Quadratmeter Anbaufläche unter Glas zur Verfügung. „Was man drüben im Klostergarten sieht, kann man dann bei uns kaufen“, sagte Redlin. Eine enge Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung bei Veranstaltungen mit den Aktiven im Klostergarten werde angestrebt, zudem helfe Gärtnermeister Burkhard Bohne bei der gärtnerischen Beratung.
Zwei Gärtner und acht Menschen mit Behinderungen werden in der Klostergärtnerei Kräuter, Gemüse und Blumen heranziehen. Alles „bio“, später soll der Betrieb eventuell entsprechend zertifiziert werden. Jetzt aber muss es erst einmal damit losgehen. Bis zu 24 Beschäftigte sollen unter Anleitung zweier Gärtner die Klostergärtnerei mit grünem Leben füllen. Auf dem 2500 Quadratmeter großen Freigelände soll überdies Gemüse für die Neuerkeröder Werkstätten in Rautheim angebaut werden, die eine Schulküche beliefern. Auf alle Beteiligten warte noch „harte Arbeit“, aber angestrebt ist, dass der Betrieb sich selbst tragen wird, sagte Redlin.
Außer einem „Weg der Düfte“ übers Gelände wurde gestern gleich noch ein Plan konkret: Am 22. Mai wird Lehrer Michael Duscha mit seiner Klasse 1b aus Gliesmarode angewandert kommen, um ein kleines Gartenstück zu bewirtschaften. „Jede Woche wollen wir mit einem kleinen Trupp Kinder kommen, die die Beete pflegen, alle vier bis sechs Wochen verbringen wir dann einen ganzen Vormittag hier“, erzählte Duscha. Die Kinder könnten es kaum erwarten, mit der Arbeit zu beginnen. Derzeit werde noch diskutiert, was denn angebaut werden soll. Auf Platz eins stehen derzeit allerdings nicht Radieschen oder Erbsen, sondern „Physalis“, auch als Kapstachel- oder Andenbeere bekannt und äußerst vitaminreich.
Die Klostergärtnerei ist ab sofort montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr, freitags von 8 bis 17 Uhr, sonnabends von 9 bis 16 Uhr sowie sonntags von 13 bis 16 Uhr geöffnet. Außer Pflanzen werden im Klosterladen Bio-Tees, Gewürze und Dekoartikel angeboten.

Auch interessant