1. Oktober 2013
Kulturelles

Äthiopien im Dom

Gedanken über Maria und Hilfe für Kinder.

Domprediger Joachim Hempel und Asfa-Wossen Asserate gestern Abend im Dom.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 02.10.2013.
Braunschweig. „So viele Menschen an einem Dienstagnachmittag in einem norddeutschen Dom, um sich etwas über Maria erzählen zu lassen“, freute sich Domprediger Joachim Hempel zum Gottesdienst „825 Jahre Marienaltar.“ Er begrüßte „seine kaiserliche Hoheit Asfa-Wossen Asserate von Äthiopien“ und übergab ihm das Wort zum Thema „Orthodoxe Marienfrömmigkeit.“
Asserate, äthiopisch-deutscher Unternehmensberater, Bestsellerautor und politischer Analyst, war zum fünften Mal im Dom zu Gast; Hempel schätzt Asserate seit seiner Zeit als Vikar in Addis Abeba Anfang der 70er Jahre.
„Vieles erinnert mich hier im Dom an die Felsenkirchen in Lalibela“, sagte Asserate, „unsere Kirchen sind gleich alt.“ Er erzählte von Heinrich dem Löwen, der 1172 ins Heilige gezogen war und auf seiner Reise „sicher äthiopische Pilger getroffen hat.“
Deutschland und Äthiopien, das sei eine ganz besondere Verbindung, sagte er und lud die Menschen im Dom ein, sich auf den Weg zu machen: „Kommen Sie nach Äthiopien und erleben Sie dort den Festtag zur Geburt Marias mit“, empfahl er. In perfektem Deutsch, sehr lebendig und bildreich, erzählte Asserate von der Marienverehrung in Äthiopien. „Rund um die Uhr“ gehöre die Mutter Gottes zum Leben der Gläubigen in Äthiopien.
Am Rande der Veranstaltung sprach Asfa-Wossen Asserate von seinem Engagement an der deutschen Kirchenschule in Addis Abeba. Unter seinem Namen wird im Internet ein Kaffee verkauft, von dem je ein Euro an diese Schule geht. „Damit versorgen wir rund 1500 Schüler mit Milch“, erklärte er. Auch Domprediger Hempel unterstützt seit Jahren diese Schule mit seinem Projekt „1000 Kinder und keine Schuhe“. Zu Erntedank am kommenden Wochenende verkauft zu diesem Zweck die Bäckerinnung am Sonnabend und Sonntag wieder Brot und Honig im Dom.

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