„Alle Fans sollen Freude an Eintracht haben“ | Neue Braunschweiger
29. Dezember 2014
Sportliches

„Alle Fans sollen Freude an Eintracht haben“

2. Fußball-Bundesliga: Teil zwei des Interviews mit Eintracht Braunschweigs Cheftrainer Torsten Lieberknecht.

Gibt Anweisungen: Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht. SH

Von Elmar von Cramon, 29.12.2014.

Braunschweig. Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht spricht in der nB über die Vorbereitung der Mannschaft auf den Rest der Fußball-Zweitligasaison, die Fans sowie Fragen zum Aufstieg.

?Als Bundesligaabsteiger ist Eintracht mittendrin im Kampf um die vorderen Plätze. Wie gehen Sie in die Restsaison?

!Dazu wäre interessant, unsere momentane Bilanz einmal ohne das Erstligajahr zu betrachten: Wir sind 2011 mit der Prämisse aufgestiegen, uns erst mal für mehrere Jahre in der zweiten Liga zu etablieren. Blendet man den Aufstieg einmal aus, müsste man mit dem momentanen Stand extrem zufrieden sein, wenn man es ganz gesund betrachtet. Wir sind jetzt dieser Zweitligist, der sich etablieren wollte, und sind ja auch nicht wie ein typischer Erstligaabsteiger in die Spielzeit gegangen. Ich denke, dass wir eine stabile Saison hinbekommen werden, alles andere wird man sehen.

?Wie gehen Sie mit den Stimmen um, die nach einem möglichen Aufstieg fragen und nach der Winterpause zahlreicher werden dürften?

!Wir wissen, dass diese Automatismen einsetzen werden, weil man als Absteiger mit diesem Reflex leben muss. Das, was momentan passiert, ist ein großer Entwicklungsschritt auf dem Weg, den wir damals beschritten haben. Ich sehe das als eigentliche Sensation an, dass es uns momentan gelingt, stabil zu sein und seit 2011 daran zu arbeiten, uns in der zweiten Liga zu etablieren.

?Sie haben die Mannschaft mit einem späteren Vorbereitungsbeginn belohnt. Was steckt hinter dieser außergewöhnlichen Maßnahme?

!Es gab für die Jungs die Möglichkeit, sich Urlaubstage zu „erspielen“ und entweder am 4. Januar oder am 9. Januar zu beginnen, wenn eine bestimmte Anzahl von Punkten erzielt wird. Nach dem Düsseldorf-Spiel war die Zielvorgabe bereits erreicht, sodass der zusätzliche Tag die Belohnung für den Sieg in Heidenheim ist.
Wenn die Mannschaft in der Hinrunde etwas bewiesen hat, dann, dass sie brutal fit ist. Wir werden eine kurze und knackige Vorbereitung absolvieren und wollen die erfolgreich begonnene Rückrunde auch im neuen Jahr positiv fortführen.

?Was ist für Sie die große Überraschung des bisherigen Saisonverlaufs?
!Eindeutig Darmstadt 98. Ich glaube, dass unser Weg dort einen positiven Eindruck hinterlassen hat und wir, wie auch für einige andere Vereine, Vorbild dafür waren, was auch ohne viel Geld möglich ist. Die Tabellenführung des FC Ingolstadt überrascht mich weniger, weil dort schon seit mehreren Jahren mit großem finanziellen Aufwand probiert wird, einen Aufstieg zu realisieren.
Wenn man das Gesamtpaket betrachtet, spielt für mich der 1. FC Kaiserslautern den besten Fußball. Wir haben unseren Fokus etwas verändert und Stabilität in den Vordergrund gerückt, auch wenn wir dabei manchmal auf „schönen Fußball“ verzichten müssen.

?Was wünschen Sie sich von den Eintracht-Fans für das neue Jahr?

!Die Unterstützung unserer Fans ist phänomenal. Ich weiß, dass der größte Teil hinter uns steht, auch wenn Besserwisser wie überall in Fußballdeutschland gehört werden. Der große Teil unterstützt uns emotional und steht hinter der Mannschaft. Ich wünsche in jedem Fall allen, dass sie Freude an Eintracht haben.

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