21. September 2020
Wirtschaft

„Allein könnten wir das nicht wuppen“

Jobcenter prämiert zum ersten Mal Betriebe, die sich besonders in der Ausbildung engagieren

Bei der Preisübergabe dabei (v. l.): Kathrin Pramlage (Personalverantwortliche Voets Gruppe), Muhamd Alrashi (Auszubildender bei Holzberg), Thorsten Steiner (Serviceleiter Holzberg), Jörg Hornburg (Geschäftsführer Jobcenter) Tammy Weiße (Personalwesen Görge) und Görge-Azubi Sabrina Koch..  Fotos: Birgit Wiefel

Braunschweig. Es ist eine echte Erfolgsgeschichte, „aber allein könnten wir das gar nicht wuppen“, stellt Jörg Hornburg klar. Seit 2004 bemühen sich der Geschäftsführer des Jobcenters und sein Team, schwierig zu vermittelnde Jugendliche unter 25 Jahren in Ausbildung zu bringen. Der etwas sperrige Name des Programms: „Einstiegsqualifizierung“.
Für zwei Betriebe, die seit Jahren mit dem Jobcenter kooperieren, gab es jetzt eine Auszeichnung. Das Autohaus Holzberg und Edeka Görge erhielten in dieser Woche den Preis „Ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb 2020“.

„Seit 2015 arbeiten wir eng mit beiden Betrieben zusammen und wollen uns für die jahrelange Geduld bedanken“, begründet Birgit Diestel, Mitarbeiterin im Jugendteam des Jobcenters, den Schritt. Es gäbe Tage, da erschienen die jungen Menschen plötzlich nicht zur Arbeit, andere hätten persönliche Probleme – das sei für Arbeitgeber nicht so einfach. „Es sind Jugendliche mit mehrfach gebrochenen Lebensläufen, die es auf dem Arbeitsmarkt nicht leicht haben“, erklärt sie.
Für Robert Welke, Verkaufsleiter bei Holzberg, ist das allerdings überhaupt kein Hinderungsgrund. „Wir profitieren doch am Ende alle von dem Programm“, betont er mit Blick auf den dringend benötigten Nachwuchs. Und auch Tammy Weiße von Edeka Görge ist von der Zusammenarbeit mit dem Jobcenter überzeugt: „Das läuft alles reibungslos“, freut sie sich über den kurzen Draht.

Die Auszeichnung fand zum ersten Mal statt.

In den vergangenen Jahren haben das Autohaus Holzberg und Görge jeweils fünf der Jugendlichen als Auszubildende übernommen – zwei davon: Muhamd Alrashi, der 2015 mit seinem jüngeren Bruder als Flüchtling nach Braunschweig kam, und Sabrina Koch, alleinerziehende Mutter von zwei Kindern. „Wenn sie nach der Qualifikation bei uns als Auszubildende anfangen, sind sie schon viel weiter, als die Azubis, die erst am 1. August zu uns kommen. Sie wissen, wie der Hase läuft – und brechen ganz sicher nicht ab, weil sie sich etwas anderes erwartet haben“, betont Robert Welke

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