Alles neu für 54 Millionen Euro | Neue Braunschweiger
28. Januar 2020
Kultur

Alles neu für 54 Millionen Euro

Landesmuseum wird ab Mai saniert

Stellten die Pläne für die Sanierung des Vieweghauses vor (v.l.): Björn Thümler (Niedersächsischer Kulturminister), Dr. Heike Pöppelmann (Direktorin Landesmuseum) und Landtagsabgeordneter Christoph Plett (CDU, Mitglied im Ausschuss für Kultur und Wissenschaft). Foto Birgit Wiefel

Die Tür zum Burgplatz lässt sich nur mit viel Geduld und Überredungskunst öffnen. „Total verzogen“, seufzt Dr. Heike Pöppelmann, Chefin des Landesmuseums. Das Vieweghaus, in dem sich das Museum befindet, ist ein Sanierungsfall geworden. Ab Mai soll es deshalb eine Schönheitskur bekommen.

„Die letzte Modernisierung ist 35 Jahre her“, macht Pöppelmann den Handlungsdruck klar. 1985 war das Museum in den ehemaligen Sitz des Vieweg-Verlags gezogen. Seither hat es allenfalls nur Ausbesserungsarbeiten gegeben, so Pöppelmann.

In den kommenden sechseinhalb Jahren – so lange wird der Aus- und Umbau kosten – will die niedersächsische Landesregierung insgesamt 54 Millionen Euro in das Museum investieren. „Das Haus wird danach klima- und umweltfreundlicher sein“, betonte der niedersächsische Kulturminister Björn Thümler.

Wie sehr das Vieweg-Haus in die Jahre gekommen ist, bekamen Besucher der Langen Museumsnacht am vergangenen Wochenende hautnah mit: Gegen 22 Uhr fiel der Aufzug aus. „Kein Einzelfall“, sagt Dr. Heike Pöppelmann.
Sie ist froh, dass Ausstellungsräume, Technik und Büros jetzt angefasst werden und will danach mit einem neuen Konzept durchstarten. „Schon länger verstehen wir uns als Diskussionsort, wo auf den Grundlagen der Vergangenheit über die Gegenwart und Zukunft diskutiert wird“, sagt sie. Dafür werde das Museum flexible Räume bekommen, die ständige Ausstellung auf einer Etage zu einem „Crashkurs“ gebündelt. „Es wird keine Ausstellung mehr geben, die die nächsten 20 Jahre fix ist, wir möchten schneller wechseln können“, blickt die Direktorin nach vorn.

Der Umbau selbst erfolgt in zwei Bauabschnitten: Vorausgesetzt der Niedersächsische Landtag stimmt zu, wird ab Herbst diesen Jahres das Forum nach Plänen des Architekturbüros Dierks & Cramer umgestaltet. In diesem ersten Bauabschnitt geht es vor allem darum, dass Glasdach zu erneuern und zu vergrößern. Zwei Jahre sind dafür veranschlagt, danach geht es mit den Ausstellungsräumlichkeiten und der energetischen Sanierung weiter. Bis es allerdings soweit ist, muss das Museum noch viele Kartons packen und die kostbaren Exponate anschließend sicher in einem Depot lagern.

Der Entwurf des Architekturbüros Dierks & Cramer für das Forum des Landesmuseums. Foto: Diercks & Partner

Mehr als sechs Jahre ohne Landesmuseum – das ist eine lange Zeit. Heike Pöppelmann will deshalb alles daran setzen, nicht aus dem Blick der Besucher zu geraten.
„Mit der geplanten Sonderausstellung ‚Social Design für eine bessere Welt’, ab 24. April in den Räumen von Hinter Brüdern oder auch mit der ersten Sonderausstellung ‚Music!’ in Hinter Aegidien, ab Oktober 2021 erzählen wir weiterhin spannende Geschichten“, verspricht sie.

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