Alles schön, nur die Kunden fehlen | Neue Braunschweiger
18. März 2020
Wirtschaft

Alles schön, nur die Kunden fehlen

Äußerlich sind der Umbau und die Restaurierung des Langerfeldt-Hauses abgeschlossen

Bei der Restaurierung der Fassade ist viel vom alten Glanz wieder hergestellt worden. Verzierte Balkongitter wurden ersetzt, zugemauerte Fenster geöffnet. Foto: Stefanie Druschke/oh

 Innenstadt. Bis zuletzt lief alles wie am Schnürchen, dann war das Corona-Virus angekommen und alle Pläne zunichte. Andreas Ring, Geschäftsführer des Modegeschäftes Summersby, hätte allen Grund zur Freude – der Umzug von der Burg ins neue alte Langerfeldt-Haus so gut wie abgeschlossen, der Frühling in Sichtweite, die schönen neuen Räume eingerichtet. Stattdessen sagte er die für diese Woche geplante große Eröffnungsfeier ab.

„Wir werden die Eröffnung groß feiern, aber nicht jetzt“, bedauerte er. Während andere Unternehmer ihre Mitarbeiter möglichst ins Homeoffice schicken, setzt er auf andere Vertriebswege: „Unser eigener Webshop läuft.“ Schon am Montag zeichnete sich ab, dass sein Geschäft so wie alle anderen Modeläden geschlossen bleiben muss. Ausgerechnet jetzt. Mit Blick auf die Eröffnung des Geschäftes war besonders viel Ware geordert worden, die jetzt vergeblich auf Laufkundschaft wartet.

Das neue Geschäft im Langerfeldt-Haus ist eingerichtet, aber die Eröffnungsfeier muss ausfallen. Fotos: Andres Ring/Summersby

Das Langerfeldt-Haus beginnt ein neues Kapitel seiner Geschichte in aufregenden Zeiten, befindet sich nach Umbau und Restaurierung allerdings in Top-Form – ein Schmuckstück in der Innenstadt mit dem Konrad-Koch-Quartier gleich gegenüber.

 

Vorher war die Summersby-Filiale an der Burg, von dort ist sie in die Nachbarschaft, ins „neue“ Langerfeldt-Haus umgezogen.

 

Das Weihnachtsgeschäft 2017 war das letzte für das renommierte Wäschehaus Langerfeldt. Das Haus wurde an die Familie Mast (Jägermeister) verkauft. Damit war der Startschuss für seine Verwandlung gefallen. Die Architekten Vahjen und Partner holten den alten Glanz zurück, setzten dem Haus Zwerch- und Ziergiebel auf, die aussehen, als seien sie „historisch“. Das Spiel mit Neu und Alt ist Teil des Gestaltungskonzepts. Ziel der Planung war eine neue nachhaltige Nutzung für den bisher vom Unternehmen Langerfeldt komplett genutzten Bereich zwischen Sack und Papenstieg. Die Flächen wurde neu verteilt. In den oberen drei Geschossen ist Platz für Büros, im „Hinterhaus“ ist das Restaurant „Mono“ schon längst mehr als ein Geheimtipp. In den nächsten Monaten wird das erste Geschoss umgebaut.

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