Alter Salon hat wieder eine Zukunft | Neue Braunschweiger
23. Oktober 2020
Buntes

Alter Salon hat wieder eine Zukunft

Beim traditionsreichen Friseur Hans Gundelach werden wieder Haare geschnitten

Kevin Weiß hat im Januar seine Meisterprüfung abgelegt, im September eröffnete er im Haus von Peter Bick seinen eigenen Friseursalon. Er führt damit eine lange Tradition fort. Foto: Marion Korth

Nördliches Ringgebiet. „Ich bin eigentlich mein ganzes Leben immer hier im Haus zum Frisör gegangen“, sagt Peter Bick. Schon als Kind habe er vor dem Spiegel gesessen. Friseur Hans Gundelach war eine Institution im Viertel. Nach drei Jahren Zwangspause, in denen der Salon mit der kompletten alten Einrichtung leergestanden hatte, freut er sich vielleicht am meisten über den neuen Mieter im Haus.

Endlich werden hier nun wieder Haare geschnitten und Bärte getrimmt. Kevin Weiß heißt der junge Friseurmeister, der vor zwei Monaten seinen eigenen Friseursalon eröffnet hat. Ein Wagnis, besonders in Coronazeiten, aber der Laden läuft gut. Die NB freut sich mit ihm, denn vor zwei Jahren hatten wir über den Salon mit Originaleinrichtung berichtet. Jetzt waren wir wieder dort.

„Gesucht: ein besonderer Nachmieter“, so lautete die Titelzeile des NB-Artikels, der im November 2018 erschienen war. „Die Resonanz war groß“, erinnert sich Hausbesitzer Peter Bick. Viele Menschen meldeten sich daraufhin, etliche gaben sich die Klinke in die Hand, aber niemand passte so richtig. Bick suchte schließlich nach jemandem, der sich gut in die Hausgemeinschaft fügt und obendrein den Friseursalon mit der alten Einrichtung weiterführt – eine ganz schöne Verpflichtung.
Der 27-jährige Kevin Weiß hat Peter Bick überzeugt – als Person und auch mit seinen Vorstellungen. „Er hat mir manches aus dem Kreuz geleiert, was ich eigentlich gar nicht wollte“, sagt der Hausbesitzer mit Respekt. Zielstrebig hat Kevin Weiß mit Frau und Freunden das Projekt „eigener Salon“ vorangetrieben. Hat entrümpelt und geräumt, Wandverkleidungen entfernt, den Fußboden über vier Schichten abgetragen. Rohrleitungen wurden ersetzt, ein neuer Wasserboiler eingebaut, die Stromleitungen neu gezogen, die Bodenfliesen ersetzt, tapeziert und gestrichen.

Kevin Weiß hat im Januar seine Meisterprüfung abgelegt, im September eröffnete er im Haus von Peter Bick seinen eigenen Frisörsalon und ist zufrieden, wie es bislang läuft. Er führt damit eine lange Tradition fort. Foto: Marion Korth

Kevin Weiß hat mehr handwerkliches Geschick, als er zunächst selbst wusste. Um Geld zu sparen, musste und wollte er mit Hilfe von Freunden und Familie vieles selbst machen. Das Ergebnis überzeugt. Der Salon hat seinen Charme in die Gegenwart gerettet und sieht trotzdem schick und modern aus. Das Kunststück ist gelungen, das findet auch Peter Bick. Wann immer er im Vorbeigehen durchs Fenster schaut, sitzt jemand bei dem jungen Friseurmeister, der im Januar seine Prüfung gemacht hat, im Salon – das freut ihn sehr. Und er griff zum Telefonhörer, um die NB und ihre Leser an dieser schönen Wendung der Geschichte teilhaben zu lassen.

Kevin Weiß hat ein besonderes Faible für Herrenhaarschnitte, ist darauf aber nicht festgelegt. „Ich habe an allem Spaß“, sagt er. Ob Herren- oder Frauenhaarschnitte, Alt oder Jung, Locken oder Strähnen, kurz oder lang, Bart oder Rasur – er will wie bei der Einrichtung seines Geschäftes 100 Prozent geben und gute Arbeit liefern. Nur dann, so sagt er, kommen die Kunden wieder. In der Startphase konnte er sich auf viele Stammkunden verlassen, die ihn bereits kannten. Gelernt und gearbeitet hat Kevin bei Adak und später bei Noon in der Breiten Straße. Jetzt also als eigener Chef in der Pestalozzistraße 22. Über Terminanfragen freut er sich und ist telefonisch unter 0173/ 5754736 erreichbar.

Wasser- und Stromleitungen, Wandverkleidungen und Fußboden – alles ist erneuert worden, so viel wie möglich wurde in Eigenarbeit erledigt. Foto: Kevin Weiß

 

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