Am Brett zu wenig dagegengehalten | Neue Braunschweiger
28. Januar 2020
Sport

Am Brett zu wenig dagegengehalten

Basketball-Bundesliga: Löwen verlieren ihr Heimspiel gegen Bamberg vor allem unter dem Korb

Genau da, nah am Korb nämlich, wollten Assem Marei (rechts) und seine Bamberger den Ball haben. Da konnte dann auch Scott Eatherton oft nicht mehr viel ausrichten. Foto: Hübner/imago

Braunschweig. Am Tag, an dem der Basketball in Kobe Bryant einen seiner beliebtesten weltweiten Repräsentanten verlor, gab es auch für die Braunschweiger Löwen nichts zu feiern. Der Bundesligist musste sich am Sonntagnachmittag in der Volkswagenhalle gegen Bamberg mit 85:94 (52:45) geschlagen geben. Und das, obwohl die Mannschaft von Cheftrainer Pete Strobl eine sehr ordentliche erste Halbzeit gespielt hatte.

Aber das ist vielleicht gerade eines der größten Probleme der Löwen: Sie bekommen ihre Leistung nicht über die vollen 40 Minuten auf das Parkett. Nachdem sie beim Auswärtssieg in Bonn die erste Halbzeit verschlafen hatten, war es nun der zweite Durchgang, in dem nicht mehr viel ging. Das sah auch Kapitän Tommy Klepeisz im Interview mit MagentaSport so. „Wir haben in der ersten Halbzeit sehr gut den Ball bewegt, hatten sehr gute Penetrations und Kick-outs und dadurch auch freie Würfe. In der zweiten Halbzeit haben wir das nicht mehr so gemacht“, befand der Österreicher, der auch die Defensivstärke der Bamberger als Grund für die fünfte Heimpleite in Folge anführte.

Insgesamt waren die Gäste den Braunschweigern besonders unter dem Korb überlegen. Die fünf Großen im Bamberger Team, angeführt von Ex-Löwe Chris Sengfelder mit 19 Punkten, erzielten zusammen 64 Zähler mit hoher Trefferquote. Und auch beim Einsammeln von Abprallern waren die Oberfranken den Niedersachsen, eigentlich das beste Rebound-Team der Liga, haushoch überlegen (39:23).

Eine Überraschung waren die Probleme in Korbnähe indes nicht wirklich. Zwar haben die Löwen mit Scott Eartherton (18 Punkte) einen der besten Center der Liga in ihren Reihen. Doch neben ihm tummelten sich in der Zone mit Joe Lawson und Karim Jallow zwei Spieler, die mit ihren rund zwei Metern für das Gerangel unter dem Korb eigentlich zu klein sind.

Derweil scheint Aleksandar Marelja, der zweite Center im Kader, bei Strobl in Ungnade gefallen zu sein. Nachdem der Serbe in Bonn gar nicht zum Einsatz gekommen war (laut Verein war er angeschlagen), durfte er gegen Bamberg gerade mal eineinhalb Minuten aufs Parkett – und das, obwohl Strobl den 2,07-Meter-Mann im Vorfeld auf Nachfrage als fit bezeichnet hatte. Nicht ausgeschlossen, dass nach den Trennungen von Lars Lagerpusch, Kostja Mushidi und Henry Pwono auch beim bislang eher enttäuschenden Marelja die Zeichen auf Abschied stehen.

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