Am Ende bleiben offene Fragen

Wie gehen wir mit künftigen Bedrohungen um? Diskutieren Sie auf Unser38 mit.

Leere auf dem Bohlweg, auf dem die Narren feiern wollten. Diese bedrückenden Bilder vom Schoduvel bleiben, konkrete Antworten werden von vielen vermisst. Foto: Hübner/Archiv

Von Andreas Konrad, 22. Mai 2015.

Braunschweig. Aufklärung sieht wohl anders aus. Nicht die konkrete Aufklärung des Falles „Schoduvel“, sondern die über die näheren Umstände der Absage von Braunschweigs Karnevalsumzug. Viele Fragen bleiben offen – das meinen auch die Ratsfraktionen. Was meinen Sie?

„Wir möchten wissen, was konkret die Bedrohung war, und wir werden an der Sache dranbleiben“, kündigt der CDU-Fraktionsvorsitzende im Rat, Klaus Wendroth, an. Dennoch sei die Absage zum damaligen Zeitpunkt absolut richtig gewesen. Ähnlich äußerte sich auch Christoph Bratmann, Vorsitzender der SPD-Fraktion. Cornelia Rohse-Paul vom Bündnis 90/Die Grünen sagte: „Selbstverständlich wäre es gut, mehr über die Hintergründe der Terrorwarnung vom 15. Februar zu erfahren. Allerdings kann es bei solch hochbrisanten Ermittlungsverfahren auch keine vollständige Transparenz geben.“
Von einem „Fehlalarm“ spricht der Vorsitzende der Linksfraktion, Udo Sommerfeld: „Wenn also der gleiche Verfassungsschutzspitzel morgen, übermorgen oder nächste Woche wieder vor Anschlägen warnt, müssen Polizei und Stadt wieder jede Großveranstaltung absagen?“
„Beim nächsten Mal braucht es dann noch weniger, um eine Veranstaltung abzusagen. Mit diesem irrationalen Drehen an der Spirale der Angst muss Schluss sein“, kommentiert Jens-W. Schicke-Uffmann, Fraktionsvorsitzender der Piraten das Ende der Ermittlungen.
Auslöser der Absage war ein von einem Informanten des Verfassungsschutzes mitgehörtes Telefonat, dessen Teilnehmer bis heute nicht ermittelt wurden, aus dem der Informant eine konkrete Bedrohung schloss.

^