Am Ende jubelt nur Lieberknecht

Eintracht unterliegt 0:3 gegen Duisburg – Freundlicher Empfang für den Ex-Coach

Steffen Nkansah (am Boden) trifft in das eigene Tor zum 0:1 für den MSV Duisburg. Foto: Christian Schroedter/imago images

Braunschweig. Ein jubelnder Torsten Lieberknecht – jahrelang ein gewohntes und von den Eintracht-Fans gewünschtes Szenario. Dass der 46-Jährige am vergangenen Sonntag Grund zum Jubeln hatte, freute hingegen nur Mannschaft und Fans des MSV Duisburg. Völlig verdient hatte der Ex-Eintracht-Coach beim 3:0-Erfolg seiner Zebras drei Punkte aus seiner alten Wirkungsstätte entführt – und damit den Blau-Gelben bei seiner emotionalen Rückkehr aufgezeigt, dass es in der spielfreien Zeit einige Hausaufgaben zu erledigen gilt.

„Wenn wir die Taktik wie angedacht umgesetzt hätten, wäre sie richtig gewesen, wir waren jedoch zu passiv“, war Christian Flüthmann nach dem Spiel unzufrieden, rechtfertigte jedoch seine Taktik, mit einer Fünferkette aufzulaufen: „Die Fünferkette war nicht das Ausschlaggebende, sondern die Spieler davor, die in einigen Situationen nicht den entscheidenden Druck aufgebaut haben.“ Zur Unentschlossenheit zu Beginn gesellte sich ein äußerst glücklicher Führungstreffer für die Gäste: Nach einer unglücklichen Abwehraktion von Robin Becker schätzte Steffen Nkansah den Drall des aufspringenden Balls im Fünfmeterraum falsch ein und bugsierte ihn ins eigene Netz (19.).
Mit der Umstellung auf eine Viererkette kamen die Löwen im zweiten Durchgang zwar besser zurecht, konnten sich jedoch weiterhin keine Erfolgserlebnisse erarbeiten. Nachdem Leroy Mickels per Sololauf alle Hoffnungen auf einen Punktgewinn zunichte gemacht hatte (81.), schloss der überragende Moritz Stoppelkamp einen Konter zum 3:0 aus Duisburger Sicht ab (85.).

„Wir werden nach einer Niederlage nicht alles infrage stellen oder über den Haufen werfen. Wir müssen bei uns bleiben und an unserem Plan festhalten“, stellte der Eintracht-Coach nach der Partie klar und bescheinigte der Mannschaft von Torsten Lieberknecht eine hohe individuelle Qualität: „Kommen sie ins Rollen, sind die für mich Aufstiegsfavorit Nummer eins.“

In seiner eigenen Startelf hatten sieben Spieler Berücksichtigung gefunden, die den jetzigen Duisburger Coach noch als Eintracht-Trainer erlebt hatten. Dass dessen emotionale Rückkehr für ihn ein Thema gewesen sei, verneinte Flüthmann, auch wenn er es für seine Spieler nicht ausschließen wollte: „Zumindest in der Ansprache war das nicht der Fall, ob sich die Spieler darüber unterhalten haben, weiß ich nicht.“ Fakt ist, dass keiner der ehemaligen Lieberknecht-Schützlinge einen guten Tag erwischte, sodass der 46-Jährige 15 Monate nach seinem Abschied eine triumphale Rückkehr feiern konnte. Trotzdem schlug der Pfälzer nach der Partie leise Töne an und nutzte die Gelegenheit, sich nach dem Spiel in Richtung der Südkurve zu begeben und sich bei den Eintracht-Fans für die jahrelange Unterstützung zu bedanken: „Ich habe mich total gefreut, heute zurückzukehren und einen warmen Empfang zu bekommen. Nach so langer Zeit möchte ich heute endlich die Gelegenheit nutzen, für die intensive Zeit danke zu sagen“, so Lieberknecht nach der Partie.
Die Löwen wollen die nun anstehende Punktspielpause nutzen, um die Schwächen aus dem Duisburg-Spiel abzustellen, außerdem sollen die bislang weniger berücksichtigten Akteure im Freundschaftsspiel gegen die VSG Altglienicke (morgen 16 Uhr, B-Platz am Stadion) Spielpraxis erhalten.

Mannschaft: Fejzic (3,5) – Ziegele (3,5), Nkansah (4,5)/46. Feigenspan (3,5), Becker (4) – Kijewski (4,5), Pfitzner (3,5)/75. Schwenk (-), Nehrig (4), Kessel (3,5) – Kobylanski (4) – Bär (3), Proschwitz (5)/56. Ademi(4).

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