Antwerpen verlässt die Löwen | Neue Braunschweiger
8. Juli 2020
Sport

Antwerpen verlässt die Löwen

Präsident Ebel: „Müssen gesamten Saisonverlauf betrachten“ – Kommt Meyer oder Ziehl?

Trainer Marco Antwerpen wird in der kommenden Saison nicht mehr auf der Bank von Eintracht Braunschweig sitzen. Foto: imago images/Nordphoto

Braunschweig. Paukenschlag bei den Löwen! Der frischgebackene Zweitligist gab am Dienstag bekannt, dass der Vertrag von Aufstiegstrainer Marco Antwerpen nicht verlängert wird. „Wir sind Marco Antwerpen für seine geleistete Arbeit der vergangenen Monate extrem dankbar. Er hat einen hohen Anteil an der Rückkehr in die 2. Bundesliga“, erklärt Eintracht-Präsident Ebel, der die Entscheidung am Montagabend gemeinsam mit seinen Aufsichtsratskollegen traf.

Antwerpen hatte die Löwen im November 2019 übernommen und konnte in 23 Spielen einen Schnitt von 1,7 Zählern pro Spiel verbuchen. Nach dem Re-Start holten er und sein ebenfalls scheidender Co-Trainer Kurtulus Öztürk in elf Spielen 23 Punkte, was nur von den 24 Zählern der FC Bayern-Reserve übertroffen wurde. Eintracht-Sportdirektor Peter Vollmann hatte den ehemaligen Profi einst bei Fortuna Köln und Preußen Münster trainiert und ihn nach Flüthmanns Entlassung an die Hamburger Straße gelotst. Trotz des großen Erfolges traute das Vereinsgremium dem Duo scheinbar nicht zu, die Mannschaft schlagkräftig genug für das Unterhaus aufzustellen. „In unserer Betrachtung müssen wir den gesamten Saisonverlauf bewerten“, spielt Ebel auf die zwischenzeitliche Negativserie von sechs sieglosen Spielen und die herben Niederlagen in München, Würzburg und Rostock an. Obwohl Vollmann beim Aufsichtsrat offensichtlich für einen Verbleib von Antwerpen plädierte, hatten die Verweise auf anstehende Gespräche bereits im Vorfeld des Aufstiegs die Spekulationen über eine bevorstehende Trennung genährt.

Der heutige Sportdirektor hatte die Löwen 2002 selbst als Trainer in die zweite Liga zurück geführt, konnte die Früchte seiner Arbeit jedoch ebenfalls nicht lange genießen, nachdem ihn ein Fehlstart bereits am zehnten Spieltag den Job gekostet hatte. Die damals nur begrenzt entwicklungsfähige Aufstiegsmannschaft musste am Saisonende unter Vollmann-Nachfolger Uwe Reinders erneut absteigen. Der jetzige Trainerwechsel soll vermutlich ein Ähnliches Szenario verhindern und einen Paradigmenwechsel zu mehr jüngeren Spielern und Nachwuchsförderung einleiten.

Das Anforderungsprofil würde unter anderem auf Daniel Meyer passen, der schon nach der Flüthmann-Entlassung bei den Löwen im Gespräch war. Der Jurist und Fußball-Lehrer sammelte im Nachwuchsbereich bei Energie Cottbus, dem Halleschen FC und dem 1. FC Köln Erfahrung und führte Zweitligist Erzgebirge Aue gemeinsam mit seinem Bruder André als Co-Trainer zum Klassenerhalt. Unter undurchsichtigen Umständen wurde das Duo trotz eines makellosen Saisonstarts im August 2019 bei den Sachsen allerdings beurlaubt.

Auch Rüdiger Ziehl könnte ein heißer Kandidat für den Trainerposten bei den Löwen sein. Der Ex-Profi hatte die Zweitvertretung des VfL Wolfsburg 2019 zur Meisterschaft geführt, war in der Aufstiegsrelegation jedoch am FC Bayern II gescheitert. In der laufenden Spielzeit musste er dem VfB Lübeck durch den corona-bedingten Saisonabbruch den Vortritt lassen. Schon im Januar hatte der A-Lizenz-Inhaber seinen Abschied zum Saisonende angekündigt und dürfte als Teilnehmer am laufenden Fußball-Lehrer-Lehrgang des DFB auch in der zweiten Liga coachen.

Nicht mehr für Eintracht auflaufen wird Stephan Fürstner, der zur Zweitvertretung von Mainz 05 wechseln wird. Aus dem Trainerteam verabschiedet hat sich Jonas Stephan, der künftig die U19 des Chemnitzer FC trainieren wird.

Auch interessant