16. Mai 2021
Politik

Anwohner applaudierten

Im April hatten Polizeipräsident Michael Pientka und  Ordnungsdezernent Dr. Thorsten Kornblum (v.l.) die neuen Toleranzzonen für Prostitution vorgestellt. NB-Archiv: Birgit Wiefel

Braunschweig. Als die Entscheidung fiel, brach auf der Zuschauertribüne Jubel aus. Mehrheitlich hatte sich der Rat für eine neue Sperrbezirksverordnung ausgesprochen. Damit ist der bordellartige Betrieb in Gliesmarode Geschichte, die Anwohner, die der Sitzung beiwohnten, applaudierten spontan.

Auf der Grundlage von Stadtplänen hatte die Polizei zuvor die Verordnung ausgearbeitet (die NB berichtete). Sie sieht künftig fünf Toleranzzonen im Stadtgebiet vor, in denen bordellartige Betriebe erlaubt sind. Für Lisa-Marie Jalyschko (Grüne) löst die neue Verordnung allerdings nicht das Problem an sich. „Man drängt Sex-Arbeiterinnen einfach an den Rand der Stadt. Die Frage ist aber doch: Wie können wir sie besser schützen?“ Auch in den Stadtbezirksräten der fünf Toleranzzonen war man wenig begeistert. Ordnungsdezernent Dr. Thorsten Kornblum versuchte zu beruhigen: „In den Zonen ändert sich erst einmal nichts. Es heißt ja nur, dass dort Prostitution nicht verboten werden kann.“ Er war außerdem zuversichtlich, dass die Verordnung dazu beiträgt, Prostitution eindämmen zu können.

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