Auch Eintrachts Damen weiter im Ungewissen | Neue Braunschweiger
1. April 2020
Sport

Auch Eintrachts Damen weiter im Ungewissen

Hockey: Die Zweitliga-Rückrunde soll am 2. Mai beginnen, doch der Termin ist kaum zu halten

Nach langer Verletzungspause hofft Eintracht-Kapitänin Anna Krause auf eine Fortsetzung der Saison. Foto: Hübner/imago

Braunschweig. An Mannschaftssport ist aktuell nicht zu denken: Kontaktverbot und von der Stadt geschlossene Sportstätten erlauben derzeit nicht einmal Trainingsbetrieb. Das betrifft auch die Hockey-Damen von Eintracht Braunschweig, die eigentlich am 18. April in die Rückrunde der 2. Bundesliga Nord starten sollten. Beide April-Spieltage wurden vom Verband verlegt. Momentan angepeilter Rückrundenstart ist der 2. Mai.

Und auch dieser Termin wird kaum zu halten sein, ist sich Anna Krause sicher. Die Kapitänin des Tabellenvierten hält sich momentan im heimischen Garten in Stöckheim fit. „Man weiß leider so gar nicht, wie es weitergeht“, bedauert die 25-Jährige die Ungewissheit in der aktuellen Situation.
Für Krause ist die Corona-Pause besonders bitter. Ende April 2019 verletzte sie sich schwer, Kniescheibe, Innenband und Schienbein waren betroffen. Elf Monate später ist die Eintracht-Löwin endlich wieder einsatzfähig. „Das war eine lange und anstrengende Reha. Die Halle hatte ich bewusst ausgelassen und auf den April hingearbeitet. Und dann das“, ärgert sie sich, sagt aber auch ganz klar: „Momentan gibt es Wichtigeres als Sport.“

Wie ihre Mitspielerinnen hat Krause von Athletiktrainer Uli Bode Übungen für daheim an die Hand bekommen. Vor allem Gleichgewichts- und Krafttraining stehen bei ihr auf dem Programm, „auch, um erstmal wieder richtig Kontrolle in das Knie zu kriegen.“ Besonders mental sei das im Moment aber gar nicht so einfach: „Es ist schwer, die Motivation hochzuhalten, wenn man nicht richtig weiß, wann und wie es weitergeht.“ Eine große Hilfe ist ihr dabei ihr Bruder Philipp, der Kapitän der MTV-Handballer, mit dem sie sich gemeinsam fit hält. „Wir motivieren uns gegenseitig.“

Obwohl Hockey in Deutschland ein Amateursport ist, glaubt Krause, dass die Coronakrise die Sportart extrem schwer treffen könnte. „Im Hockey haben wir keinen finanziellen Spielraum, keinen Puffer. Da leben wir eh von Saison zu Saison“, erklärt sie, „und da kann uns ganz viel wegbrechen, gerade, weil wir eher kleine Sponsoren haben. Denn die müssen ja auch gucken, wo sie bleiben, und können uns vielleicht nicht weiter unterstützen.“ TV-Gelder oder hohe Zuschauereinnahmen, um diese Verluste abzufangen, gibt es im Hockey nicht.

Auch wenn sie skeptisch ist: Ganz möchte Krause die Rückrunde noch nicht abschreiben. „Ich könnte mir vorstellen, dass die Saison in Richtung Juli oder sogar August geschoben wird“, skizziert die Studentin eine Möglichkeit. „Wir halten uns bis dahin fit und warten auf Informationen.“

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