Auch in Wolfsburg fehlen Pflegefachkräfte | Neue Braunschweiger
15. Mai 2018
Politik

Auch in Wolfsburg fehlen Pflegefachkräfte

Pflegereport prognostiziert 29.000 unbesetzte Stellen in niedersächsischen Pflegeeinrichtungen

Von Gesa Lormis, 15.05.2018

Wolfsburg. Spätestens seit dem letzten Bundestag-Wahlkampf ist der Pflegenotstand in allen Medien präsent. Bis zu 36.000 Stellen in den Gesundheits- und Pflegeberufen sollen bundesweit unbesetzt sein. Das merken auch die Träger von Pflegeeinrichtungen in Wolfsburg: Die Agentur für Arbeit Wolfsburg weiß derzeit von 40 offenen Stellen in der Altenpflege – fast 3 Prozent aller gemeldeten Stellen. Im Bereich der Gesundheits- und Krankenpflege, zu dem auch Rettungsdienst und Geburtshilfe gehören, sind 29 Stellen unbesetzt. Dagegen stehen weniger als 13 Fachkräfte und keine 40 Helfer, die arbeitssuchend sind.

„Wir kämpfen seit Jahren darum, die Klassen in unserer Pflegeschule voll zu bekommen“, erklärt Bettina Enßlen, Pressesprecherin der Diakonie Wolfsburg. 30 Schüler können zum Beginn jedes Schuljahres aufgenommen werden; dazu kommen 15 weitere in einer extra Sprachlernklasse. Seit 2014 bemüht sich die Diakonie Wolfsburg um Mitarbeiter und Auszubildende aus dem Ausland. Von 105 Schulplätzen sind allerdings nur 79 belegt, nicht jeder beendet die Ausbildung. Auch die gelernten Kräfte bleiben nicht ihr ganzes Berufsleben in der Pflege.
Das Image der Berufe ist schlecht, die Verdienstmöglichkeiten gering, die Arbeit anstrengend. Laut den jüngsten Zahlen, die der Barmer-GEK-Pflegereport 2016 liefert, wird für das Jahr 2030 eine Versorgungslücke in niedersächsischen Pflegeeinrichtungen von 29.000 Fachkräften prognostiziert – sofern sich nichts ändert. „Das Land hat deshalb bereits Maßnahmen ergriffen, um gegen zu steuern und die Versorgungslücke zu verkleinern“, so Naila Eid, Pressesprecherin des Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung. Dazu gehöre die 2017 eingerichtete Pflegekammer, Schulgeldfreiheit und die Förderung eines Tarifvertrags.

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