Auch mit Test gelten die Auflagen | Neue Braunschweiger
8. Dezember 2020
Gesundheit

Auch mit Test gelten die Auflagen

Für die Sozialdezernentin sind Schnelltests eine mögliche Ergänzung

Dr. Christine Arbogast, Sozialdezernentin und Leiterin des Corona-Krisenstabs. Foto: Stadt Braunschweig

Innenstadt. „Grundsätzlich ist gegen die Verwendung von Schnelltests nichts einzuwenden“, erklärt Sozialdezernentin Dr. Christine Arbogast auf Anfrage. Auf dem nationalen und internationalen Markt gebe es genug Anbieter, so dass durch die Betreibung von privaten Testzentren, wie jetzt an der Varrentrappstraße (siehe oben), niemandem etwas weggenommen werde. Den Kliniken und Pflegeheime stehe ein festes Kontingent an Schnelltests zur Verfügung.

Wichtig sei, dass der Abstrich durch medizinisches Fachpersonal durchgeführt wird. Außerdem müsse jedem klar sein, dass diese Schnelltests keine hundertprozentige Sicherheit geben können. „Wichtig ist auch, dass die gesetzlichen Beschränkungen und Auflagen unvermindert gelten, ob mit oder ohne Schnelltest“, macht sie deutlich. Dennoch sei es eine gute Sache, wenn die Menschen sich vor einem möglichen Familientreffen testen lassen. „Nicht so schön dabei ist, dass es eben nur für die möglich ist, die sich das leisten können“, schränkt sie ein.

Für die Krankenhäuser und Altenheime stünden in jedem Fall ausreichend Testträger zur Verfügung. „Hier ist die logistische Herausforderung das Problem, nicht das Material“, erklärt sie. So müssten idealerweise alle Bewohner beziehungsweise Patienten getestet werden, das Personal und auch die Besucher. „Besonders in den Pflegeheimen sind die Mitarbeiter jetzt schon am Limit“, weiß die Sozialdezernentin, „durch die Hygienevorschriften ist ein riesiger Mehraufwand zu bewältigen.“ Die Bewohner müssen einzeln betreut und begleitet werden, sie dürfen nicht mehr frei im Haus herumlaufen – vor allem bei Demenzkranken mühevoll zu beaufsichtigen – Besuche müssen angemeldet und zeitlich organisiert werden, außerdem muss bei Besuchern die Temperatur kontrolliert werden.

„Das Durchführen von Coronaschnelltests ist da fast nicht mehr zu organisieren“, erklärt Arbogast. Große Einrichtungen würden das schaffen, aber für die kleineren Häuser sei es nicht machbar, ein tragfähiges Konzept zu entwickeln. Denn für die Durchführung muss medizinisches Personal zur Verfügung stehen, außerdem muss der Ablauf- und Zeitplan sehr genau getaktet sein, weil sonst die Ergebnisse verfälscht werden.

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