Auf dem Ringgleis-Weg um die ganze Stadt herum

Ende des Jahres soll der Lückenschluss geschafft sein – Der südliche Teil verläuft noch auf einer Ausweichroute

Hans-W. Fechtel vom „braunschweiger forum“ erläutert Hintergründe zur Entstehung des Ringgleises. Fotos (5): Konrad

Braunschweig. Ausgerechnet dort, wo mit massiven Brücken über Salzdahlumer und Wolfenbütteler Straße, wo mit Güter- und Rangierbahnhof sowie dem ehemaligen Eisenbahnausbesserungswerk riesige Flächen auf die Bahn hindeuten, verlässt der Ringgleis-Weg seine ursprüngliche Trasse. Über eine Alternativroute schließt sich dennoch Ende des Jahres der Kreis um die Stadt. Wir waren mit dem „braunschweiger forum“ auf dem südlichen und zugleich letzten Teilstück des beliebten Freizeitweges unterwegs.

Vom Westen aus kommend gabelt sich der Weg kurz vor der Oker. Der linke Teil endet vor der „Echobrücke“, der rechte führt über eine Rampe hinunter zum Weser-Harz-Heide Radfernweg am Nachwuchsleistungszentrum von Eintracht Braunschweig. Hier beginnt die Umleitung des Ringgleis-Weges. „Ein Gutachter hat errechnet, dass Kauf und vierzigjähriger Unterhalt der Brücken von hier bis zum Rangierbahnhof rund 18,5 Millionen Euro kosten würden“, erläutert Hans-W. Fechtel vom „braunschweiger forum“, der eine Gruppe von etwa 30 Radfahrern über den Süd-Abschnitt führt. Von hier aus begann früher mit einem leichten Gefälle die Einfahrt in den Rangierbahnhof, der heute ausschließlich von der anderen Seite aus bedient wird. „Es wird noch viele Jahre dauern, bis wir über die Echobrücke kommen“, schätzt Fechtel. Die Stadt hoffe auf künftige Förderprogramme.

 

Eine der großen Attraktionen am südlichen Teilstück des Ringgleis-Weges ist der Lokpark an der Schwartzkopffstraße.

 

Und so geht es vorbei an Schloss Richmond und der Roten Wiese ampelfrei und auf gut befahrbaren Wegen in Richtung des ehemaligen Eisenbahnausbesserungswerks und des Lokparks an der Schwartzkopffstraße. Hier kann man Eisenbahngeschichte atmen – sicher eine der Attraktionen entlang der Strecke. „Im Eisenbahnausbesserungswerk werden heute auch wieder Züge gewartet“, erklärt Fechtel. Der Alstom-Konzern habe die Anlage wiederbelebt. Überhaupt sei das ganze Quartier im Wandel. 21 Millionen Euro würden über 15 Jahre in das „Bahnstadt“ genannte Städtebauförderungsgebiet vom südlichen Eingang des Bahnhofs, über nicht mehr benötigte Gleise bis hin zum Lokpark fließen, hinzu kämen große Bereiche des Bebelhofes. So soll die riesige Stützmauer an der Borsigstraße abgebrochen werden, um eine Verbindung zum Hauptbahnhof zu schaffen. Unweit dieser Mauer nähert sich unser Weg wieder der ursprünglichen Ringgleis-Trasse an. Auf einem Verbindungsweg zwischen Borsigstraße und Lindenbergallee, der im September verbreitert und saniert wird, verläuft er unterhalb des alten Bahndamms. Fechtel lädt an dieser Stelle dazu ein, sich am Donnerstag, 29. August, zwischen 17 und 19 Uhr (Treffpunkt am Busbetriebshof) diesen Bereich noch einmal näher anzuschauen.

Am Busdepot im Lindenberg entfernen wir uns wieder von den Gleisen – dieses Mal bis zum Anschluss der Umleitung an das Östliche Ringgleis am Bahnübergang Brodweg/Georg-Westermann-Allee. Über den Reindagerothweg, der ebenfalls im September gesperrt und saniert wird, erreichen wir die Helmstedter Straße. „Ampelschaltung und Überweg werden hier noch deutlich verbessert“, weiß Fechtel – im nördlichen Bereich deutlich sichtbar durch bereits laufende Bauarbeiten. Weiter geht es in die Mastbruchsiedlung und über einen mit grobem Schotter belegten, ehemaligen Trampelpfad hinein in die Feldmark ganz am östlichen Ende der Stadt, von wo aus auf vorhandenen Wegen schließlich die Lünischhöhe erreicht wird.

„Ende des Jahres wird der Freizeitweg auf etwa 20 Kilometern um die Stadt führen“, so Fechtel. Die Arbeit des „braunschweiger forums“ als Initiator des Weges sei damit aber noch lange nicht zu Ende. Viel zu viele neue Wege und Routen gebe es in Braunschweig noch zu entdecken. Und auch das Ringgleis soll irgendwann nicht mehr an der „Echobrücke“ enden.

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