»Auf dem Weg nach Waterloo« | Neue Braunschweiger
17. Mai 2015
Kulturelles

»Auf dem Weg nach Waterloo«

200 Jahre Wiener Kongreß–Braunschweig, England und Europa im 19. Jahrhundert. Braunschweig, 17. Mai 2015.

Schwarzer Herzog: Seine Uniform wurde gerade restauriert.

Prof. Dr.h.c. Gerd Biegel vom Institut für Braunschweigische Regionalgeschichte an der TU Braunschweig hält den Vortrag am Dienstag, 19. Mai 2015, um 19.00 Uhr
in den Räumen der VHS Salzgitter, Kniestedter Herrenhaus, Braunschweiger Str. 137 a, SZ-Bad

VHS Salzgitter, Kniestedter Herrenhaus, Braunschweiger Str. 137 a, SZ-Bad
Herzog Friedrich Wilhelm war einer der bekanntesten deutschen Heerführer der Befreiungskriege. Er folgte seinem Vater, Herzog Carl Wilhelm Ferdinand, 1806 auf dem Thron nach, jedoch war das Herzogtum Braunschweig von Franzosen besetzt und Teil des Königreiches Westphalen. Im Krieg 1809 stellte Friedrich Wilhelm eine eigene Truppe auf, die »Schwarze Schar« und führte diese von Zwickau durch westphälisches französisch besetztes Territorium bis Elsfleth, wo er am 6. August 1809 nach England übersetzte und seine Truppen in Englands Dienst stellte. Diese Entwicklung geschah vor dem Hintergrund der napoleonischen Hegemonialpolitik. Mit dem Scheitern des Rußlandfeldzugs der Grande Armée im Winter 1812 auf 1813 nahm auch in weiten Teilen Europas der Widerstand zu und wurde zum Signal für den allgemeinen Abfall von der französischen Vorherrschaft. Am 16. Oktober 1813 begann bei Leipzig die bis dahin größte Schlacht, an deren Ende die Napoleonische Herrschaft über Deutschland und Europa in wenigen Tagen zusammenbrach. Noch während die Staatsmänner Europas auf dem »Wiener Kongreß« verhandelten, kehrte Napoleon überraschend zurück. Am Ende dieses Intermezzos standen am 18. Juni 1815 die Niederlage von Waterloo unter Englands Führung und die endgültige Verbannung.
Im Jahr 2015 gedenkt Europa dem 200. Jahrestag der Schlacht von Waterloo am 18. Juni 1815, in der die verbündeten europäischen Staaten über Napoleon siegten und die Freiheitskriege ihren Abschluß fanden. Im Vorfeld dieser Schlacht kam es am 16. Juni 1815 zu einem Gefecht bei dem Ort Quatre-Bras, im heutigen Belgien. Beteiligt waren auch Braunschweigische Soldaten unter Führung von Herzog Friedrich Wilhelm, dem »Schwarzen Herzog«, der im Gefecht tödlich verwundet wurde. Bereits zu Lebzeiten als legendärer Fürst und Freiheitskämpfer verehrt, bestimmte die Erinnerung an ihn und seinen »Zug der Schwarzen Schar« 1809 einen probraunschweigischen Patriotismus im 19. Jahrhundert, dessen Höhepunkt 1890 die Erinnerungsausstellung »75 Jahre Freiheitskriege« darstellte, aus der die Gründung des heutigen Braunschweigischen Landesmuseums hervorging. Zeitgleich wurde von den Braunschweigern bei Quatre-Bras ein Denkmal zum Gedenken an die Schlacht bei Quatre-Bras und den Tod des »Schwarzen Herzogs« errichtet.

Auch interessant