Auf dem Weg zur „Heimmacht“

Eintracht fertigt Würzburg mit 5:2 ab – Torreichster Spieltag der Drittligageschichte

Die gesamte Mannschaft feiert den Sieg mit den Fans in der Südkurve. Foto: Susanne Hübner/imago images

Braunschweig. Mit der bislang besten Saisonleistung haben sich die Löwen beim 5:2-Erfolg über Kickers Würzburg an die Tabellenspitze geschossen. Die sieben Tore im Eintracht-Stadion trugen außerdem maßgeblich dazu bei, dass der Spieltag mit 47 Treffern zum torreichsten der Drittligageschichte wurde. Zuvor hatte diese Marke bei 41 Toren am elften Spieltag der Saison 2009/10 gelegen.

Nach der Führung gaben die Blau-Gelben das Spiel zwar kurzfristig aus der Hand, kamen danach aber mit sehenswert herausgespielten Treffern zum höchsten Sieg seit langem. „Das ist das, was wir wollen, umso schöner, dass es funktioniert“, lobte Christian Flüthmann die spielerische Leistung seiner Akteure, die über 17 000 Fans im Eintracht-Stadion zu Standing Ovations animierte. „Der Funke kann nur mit Erfolg überspringen“, weiß er und hofft, dass der deutliche Erfolg den Zusammenhalt zwischen Mannschaft und Fans weiter verstärkt und die gute Stimmung ein Faustpfand für die anstehende Heimaufgaben sein wird: „Ich möchte, dass sich Fans und Spieler gegenseitig mitnehmen. Die Stimmung kann ex-trem wichtig sein, weil viele jüngere Spieler unserer Gegner so eine Kulisse nicht gewohnt sind und dadurch auch mal ein bisschen aus dem Konzept geraten können.“

Seine Mannschaft ließ sich selbst durch den zwischenzeitigen Rückstand nicht beirren und kombinierte sich nervenstark zum Erfolg. Dass Jasmin Fejzic kurz vor Abpfiff in mehreren Situationen nochmals sein ganzes Können aufbieten musste, war dem 37-Jährigen jedoch ebenfalls nicht entgangen.

Trotz des deutlichen Sieges bleibt somit genügend Stoff für die Trainingsarbeit vor dem Auswärtsspiel am Sonntag gegen Uerdingen, freie Tage sind ebenfalls kein Thema: „Es gibt Sachen, an denen man weiter arbeiten muss; gehen ein oder zwei Dinger rein, sieht die Sache nochmal anders aus.“

Auch wenn der Sieg seine Mannschaft auf den „Platz an der Sonne“ hievte, möchte Flüthmann sie keinen überzogenen Erwartungen aussetzen: „Wir haben gerade den sechsten Spieltag, wenn wir so weitermachen und am 24. Spieltag immer noch dort oben stehen, können wir über andere Dinge reden. Aktuell stecken wir in einem Prozess und haben noch viel Arbeit vor uns.“

In jedem Fall entschädigte der 5:2-Sieg die Fans für die 0:3-Niederlage gegen den MSV Duisburg im vorvergangenen Heimspiel, sodass die Eintracht-Anhänger berechtigte Hoffnungen haben dürfen, dass sich ihre Mannschaft zu der von Flüthmann geforderten „Heimmacht“ entwickelt. Der Coach knüpft diesen Status aber nicht zwingend an einen Galaauftritt: „Wenn unsere Spieler alles dafür geben, das bestmögliche zu erzielen, können wir glücklich sein. Auch wenn nach 90 Minuten ein knappes 1:0 oder 2:1 steht, ist das für mich eine Machtdemonstration.“

Mannschaft: Fejzic (2) – Kijewski (3), Nkansah (2,5), Becker (2), Kessel (2) – Nehrig (1,5), Wiebe (2) – Kobylanski (2,5) – Feigenspan (2,5), Proschwitz (2), Bär (2,5)
Eingewechselt: 63. Pfitzner (-) für Nehrig; 69. Ademi (-) für Proschwitz; 76. Schwenk (-) für Feigenspan
Tore: 1:0 (7.) Proschwitz (Vorarbeit Kobylanski); 1:1 (26.) Kaufmann ; 1:2 (36.) Hemmerich; 2:2 (40.) Proschwitz (Kijewski); 3:2 (49.) Becker (Kessel); 4:2 (56.) Bär (Feigenspan); 5:2 (68.) Kobylanski (Kessel)
Zuschauer: 17 221
Gelbe Karte: Kessel

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