Auf der Hamburger Straße wird es eng

Sanierung beginnt am Mittwoch – Dauer bis Herbst 2015 – Weitere Großprojekte: Wendenstraße, Kreuzung B1/Raffturm, Hans-Sommer-Straße.

So entspannt wie auf unserem Foto wird es nach Ostern auf der Hamburger Straße nicht zugehen. Dann beginnen die umfangreichen Sanierungsarbeiten. Foto: Thomas Ammerpohl

Von Martina Jurk, 20.04.2014.

Braunschweig. Auf der Hamburger Straße wird es ab Mittwoch nach Ostern eng. Die Sanierung dieser Braunschweiger Verkehrsader ist eines der größten Straßenbauprojekte in diesem und im nächsten Jahr. Für Autofahrer wird die Hamburger Straße in den Hauptverkehrszeiten zur Geduldsprobe werden. Statt Straßenbahnen fahren ersatzweise Busse.

Insgesamt fließen rund 75 Millionen Euro in diesem Jahr in die Erneuerung von Straßen, Brücken, Gleisen und Leitungen im Stadtgebiet von Braunschweig. Davon werden knapp 29 Millionen Euro in die Instandsetzung, Verbesserung und den Neubau von Straßen und Brücken investiert, während die restliche Summe für die Neuverlegung und Sanierung von Ver- und Entsorgungsleitungen sowie für das Stadtbahnnetz aufgewendet wird. Die Stadtverwaltung spricht von 44 Bauprojekten an Hauptverkehrsstraßen.

Vor der Fortsetzung der Autobahnsanierung der A 391 durch die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr voraussichtlich im kommenden Jahr wird das Baugeschehen in dieser Saison von den Großprojekten Hamburger Straße (1), Wendenstraße (6), Hans-Sommer-Straße (8), Salzdahlumer Straße (30) sowie dem Umbau der Kreuzung B1/Raffturm geprägt.

Soweit möglich, würden Projekte in verkehrsärmere Ferienzeiten gelegt. „Komplett lassen sich Überschneidungen freilich nicht vermeiden, und die Großprojekte erstrecken sich notwendigerweise über einen größeren Zeitraum“, sagt Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer.

Die grundlegende Sanierung der Hamburger Straße (1) samt Gleis- und Leitungsbau zwischen der Anschlussstelle zur A 392 und der Kreuzung Rebenring/Wendenring sowie die Gleissanierung auf der Wendenstraße (6) zwischen Schubertstraße und Hagenmarkt würden den wesentlichen Eingriff in das Verkehrsgeschehen darstellen. Im Vorfeld der Baumaßnahme werden seit Februar vorbereitende Tiefbauarbeiten ausgeführt.

Mit Baubeginn beider Maßnahmen (1+6) nach Ostern stellt die Verkehrs-AG den Stadtbahnbetrieb auf dieser Strecke ein und richtet einen Schienenersatzverkehr ein. Für den Kraftfahrzeugverkehr wird stadtein- und -auswärts jeweils eine Fahrspur zur Verfügung stehen.
Während der Sommerferien lassen sich zeitweilige Sperrungen einzelner Fahrbeziehungen von und zur A 392 nicht vermeiden. Die Abbiegemöglichkeiten zu den einmündenden Straßen werden nur eingeschränkt möglich sein. Die Ludwigstraße wird als Sackgasse ausgewiesen und ist nur über den Mittelweg zu erreichen. Entsprechend den Witterungsbedingungen ist eine Winterunterbrechung vorgesehen, bei der voraussichtlich Ende des Jahres eine weitgehende zweispurige Verkehrsführung eingerichtet wird. Die Fertigstellung der Gesamtmaßnahme ist für Herbst 2015 vorgesehen.

Während der Baumaßnahme werden im nördlichen Abschnitt der Hamburger Straße zwischen der Einmündung der A 392 und der Siegfriedstraße weitere Gleissanierungsarbeiten der Verkehrs-AG (2) – voraussichtlich in den Sommerferien – sowie Leitungsarbeiten von BS-Netz – davor oder danach – ausgeführt (3). Für beide Maßnahmen ist es erforderlich, jeweils eine Fahrspur stadtauswärts zu sperren, sodass sich die einspurige Verkehrsführung aus dem Stadtzentrum kommend bis zur Siegfriedstraße fortsetzt, analog in umgekehrter Richtung.

Der Verkehr auf der Wendenstraße (6) wird, mit Ausnahme der Sommerferien, einspurig zwischen Schubertstraße und Hagenmarkt geführt. Temporär ist es erforderlich, die einmündenden Straßen (Kaiserstraße und Schubertstraße) für den Fahrzeugverkehr zu sperren.

In den verkehrsärmeren Sommerferien muss die Wendenstraße wegen zusätzlicher Kanalbauarbeiten vollständig gesperrt werden. Aus der Wilhelmstraße wird dann das Abbiegen stadtauswärts zum Wendentor nicht möglich sein. Das Abbiegen in Fahrtrichtung Zentrum über die Kaiserstraße ist aber weiterhin möglich. Eine Umleitungsstrecke wird über Fallersleber Straße/Hagenring/Rebenring und umgekehrt ausgewiesen.
Erst im vergangenen Jahr war die Wendenstraße lange wegen einer Kanalerneuerung gesperrt. Jetzt erneuert die Verkehrs-AG dort die Gleise. Viele Bürger fragen sich, warum das nicht in einer Maßnahme geschehen konnte. „Beide Maßnahmen zugleich durchzuführen, wäre technisch nicht möglich gewesen“, erklärt Stadtsprecher Adrian Foitzik.

Daher sei zunächst der Kanal unter der Fahrbahn neu verlegt worden. In diesem Jahr werden parallel zur Gleiserneuerung aber noch Hausanschlüsse gelegt. Hätte man diese im Anschluss an die Kanalarbeiten im vergangenen Jahr gleich gelegt, wäre die Wendenstraße auch über die ganzen Wintermonate gesperrt gewesen. So sei die Straße jetzt bis zum Beginn der Gleisarbeiten frei.
Eine Wiederaufnahme des Stadtbahnbetriebes auf der Wendenstraße (6) und der Hamburger Straße (1) ist für Ende November vorgesehen.

Weitere Projekte

• Leitungsbau Salzdahlumer Straße (30): Im Abschnitt zwischen Alter Salzdahlumer Straße und Schefflerstraße wird der Verkehr in beiden Fahrtrichtungen weitgehend einspurig geführt (bis November).

• Leitungsarbeiten in stadtaus-wärtiger Fahrtrichtung vom Berliner Platz bis zu den Bahnbrücken (32), im letzten Abschnitt von der A 39 bis zur Hallestraße (31).

• Bau eines neuen Regen- und Schmutzwasserkanals auf der Hans-Sommer-Straße (8) zwischen Abtstraße und Kreuzung Rebenring/Hagenring/Bruckner Straße (bis Jahresende).

• Leitungsarbeiten im Rebenring zwischen Bültenweg/Hagenring und der Hans-Sommer Straße zwischen Hagenring und der Straße Langer Kamp (10) in den Sommerferien. Einspurige Verkehrsführung stadtauswärts im Bereich zwischen Hagenring und der Straße Langer Kamp.

• Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr beginnt im westlichen Stadtgebiet voraussichtlich Mitte Juni mit dem Umbau der Kreuzung B1/Raffturm in mehreren aufeinanderfolgenden Bauabschnitten. Das Projekt wird voraussichtlich Ende des Jahres abgeschlossen sein. Der Verkehr wird im Kreuzungsbereich B1/Neudammstraße durch eine Lichtsignalanlage geregelt. Darüber hinaus muss die Neudammstraße zeitweise – wegen des umfangreichen Umbaus – vollständig für den Verkehr von und zur B1 gesperrt werden. Den Zeitpunkt der Bauausführung wird die Landesbehörde noch benennen.
Im nördlichen Abschnitt der Neudammstraße zwischen Kreisel und dem alten Ortskern wird ein neuer Geh- und Radweg gebaut. Der Verkehr wird hier einspurig in beiden Richtungen durch eine Lichtsignalanlage am Baubereich vorbeigeführt.

• Sanierung der Gaußbrücke (7) im Verlauf Bammelsburger Straße, die dazu voll gesperrt werden musste (bis November).

• Sanierung und Umgestaltung der Straße Hintern den Brüdern (24) zwischen Gördelinger Straße und Schützenstraße (bis Juli). Im Schatten der Vollsperrung Hintern Brüdern werden im Mai und Juni Arbeiten zur Verlegung eines neuen Entwässerungskanals in der Straße Am Marstall (25) erfolgen.
Eine Umleitungsstrecke wird über Casparistraße, Küchenstraße und Lange Straße ausgewiesen. Der Busverkehr wird über die genannte Umleitungsstrecke aufrecht erhalten.

• Twetensanierung in der Innenstadt (Juli bis November).

• Mit dem Umbau der Bushaltestellen auf beiden Seiten des Altstadtringes (17) in Höhe des Madamenwegs (Juni bis November) wird es in beiden Fahrtrichtungen zu Einschränkungen des Verkehrs kommen. Leitungsarbeiten im Altstadtring (18) zwischen Madamenweg und Kreuzstraße.

• Darüber hinaus werden diverse Leitungsarbeiten im Westlichen Ring zwischen Sackring, Cyriaksring, Frankfurter Straße (19, 20, 21, 39, 40) und auf dem Östlichen Ring zwischen Hagenring und Altewiekring (11, 12, 13) ausgeführt.

• Auch verschiedene Anliegerstraßen werden in diesem Jahr einschließlich der Erneuerung von Ver- und Entsorgungsleitungen teils umfangreich um- und ausgebaut. Dazu gehören beispielsweise die Dillinger Straße (46), Ernst-Amme-Straße sowie als Fortsetzung aus 2013 die Neunkirchner Straße (45) und die Straße Am Alten Bahnhof.

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