Aufschwung aus guten Gründen

Basketball-Bundesliga: Die Löwen stehen nach 15 absolvierten Partien auf Tabellenplatz sieben

DeAndre Lansdowne (links) ist das Gesicht des aktuellen Löwen-Aufschwungs. Der Amerikaner ist einer der begnadetsten Offensivspieler der Basketball-Bundesliga. Foto: Hübner/imago

Braunschweig. Seit sechs Partien ungeschlagen, Platz sieben in der Tabelle und damit sogar auf Playoff-Kurs: Die Löwen-Basketballer, die an diesem Wochenende spielfrei haben, erleben momentan ihre erfolgreichste Saison seit Jahren. Zwei Spiele vor dem Ende der Hinrunde nennt die NB Gründe für die neue Stärke der Braunschweiger Korbjäger.

Individuelle Qualität: Mit Scott Eatherton auf der Center-Position und DeAndre Lansdowne als Shooting Guard haben die Löwen gleich zwei US-Amerikaner in ihren Reihen, die auf ihren Positionen zu den besten Akteuren der Bundesliga zählen. Das macht sich in jeder Partie auf dem Feld bemerkbar und lässt sich auch in der Statistik ablesen. Eatherton liegt im ligaweiten Scoring auf Rang drei (17,7 Punkte pro Partie), Lansdowne folgt direkt dahinter auf Rang vier (17,5). Damit haben die Löwen das gefährlichste Duo der gesamten Liga. Eatherton sammelt dazu fast zehn Rebounds pro Partie ein und ist somit der zweiteffektivste Spieler der BBL (nach Gießens Center John Bryant).

Rebounding: Es gibt nur eine statistische Kategorie, in der die Löwen ligaweit einen Podiumsplatz belegen: das Rebounding. Lediglich Ludwigsburg und Berlin sammeln im Schnitt mehr Abpraller als die Okerstädter (37,7). Das liegt auch, aber nicht nur am reboundstarken Eatherton. Auch Liga-Neulinge wie Chris Sengfelder, BJ Blake oder Shaquille Hines sind am Brett sehr aktiv – nicht zuletzt beim Offensivrebound, wodurch viele zweite Chancen generiert werden.

Kontinuität: Vor dieser Saison gelang etwas, das im Braunschweiger Basketball Seltenheitswert besitzt: Mit Eatherton und Lansdowne konnten die besten Akteure gehalten werden. Mit Österreichs Nationalspieler Tommy Klepeisz blieb zudem ein weiterer Führungsspieler, der keine Angst hat, den entscheidenden Wurf zu nehmen. Ein starkes Fundament für das insgesamt junge Team. „Wir drei haben mehrere Jahre in der BBL gespielt. Wir kennen die Liga und wissen, wie die Mannschaften spielen. Zumal viele Teams ähnlich aufgebaut sind wie im vergangenen Jahr“, beschreibt Eatherton einen Vorteil, der sich Woche für Woche bezahlt macht.
Verteidigung: Nur rund 78 Punkte erlauben die Löwen ihren Gegnern pro Partie – und jeder leistet seinen Beitrag. „Viele realisieren gar nicht, was für ein hervorragender Verteidiger Joe ist“, sagt Lansdowne etwa über Point Guard Joe Rahon. Auch BJ Blake und Shaq Hines haben von Trainer Frank Menz schon viel Lob für ihre Defensivarbeit erhalten – gerade für Liga-Rookies, und das sind die drei Genannten, keine Selbstverständlichkeit. Mit ihrer konzentrierten Verteidigung gelang es den Löwen, auch Spitzenteams – zuletzt Alba Berlin beim 83:79 – den Zahn zu ziehen.
Gelassenheit: „Wir machen uns selber keinen Druck“, erklärt Lansdowne und beherzigt damit das Rezept seines Trainers, der stets versucht, seinen Löwen eine gewisse Lockerheit mitzugeben. Auch nach dem Fehlstart in die Saison mit fünf Liga-Pleiten sorgte Menz dafür, dass das Team Ruhe bewahrte. „Es gab Momente, da hatten wir Zweifel. Aber der Coach hat weiter darauf beharrt, dass wir zu Beginn einen schweren Spielplan hatten und dass wir die Kurve kriegen werden“, berichtet Eatherton. Und tatsächlich folgten neun Siege aus den zehn folgenden Liga-Partien

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