Aus der Traum vom Relegationsplatz

2. Fußball-Bundesliga: Eintracht unterliegt dem Karlsruher SC mit 0:2 – Kapitän Ken Reichel sieht Rote Karte.

Einen Schritt zu spät: Eintrachts Marc Pfitzner (r.) verliert das Duell gegen Reinhold Yabo (KSC). SH

Von Elmar von Cramon, 17.05.2015.

Braunschweig. Die Chance auf die Relegation besteht nicht mehr: Im letzten Heimspiel der aktuellen Runde verloren Eintrachts Zweitliga-Fußballer vor 22 335 Fans mit 0:2 (0:1) gegen den Karlsruher SC und haben vor dem Saisonfinale gegen Union Berlin fünf Zähler Rückstand auf Platz drei. Zwei Treffer von Rouwen Hennings (43./87.) besiegelten die Niederlage der Löwen, die zwar alles probierten, sich im Abschluss aber nicht entschlossen genug zeigten.

„Wir haben ab der ersten Minute gezeigt, dass wir alles aus uns herausholen wollen. Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen“, resümierte Torsten Lieberknecht nach der Partie, bemängelte aber, „dass wir letztlich in aussichtsreichen Positionen nicht den Mut hatten, das Tor zu erzwingen.“
Vom Anpfiff weg war beiden Teams anzumerken, dass es noch um einiges ging: Jan Hochscheidt rutschte am Mittelkreis weg und foulte dabei Dominic Peitz. Dieser geriet anschließend mit Marc Pfitzner aneinander, sodass alle drei nach weniger als einer Minute die Gelbe Karte sahen. In der Folge wurden viele Angriffsversuche von den Defensivreihen beider Teams abgeräumt, erst jenseits der 10-Minuten-Marke mussten die Torhüter eingreifen: Zunächst vereitelte Rafal Gikiewicz die Gästeführung, als er einen langgezogenen Freistoß von Enrico Valentini auf dem Weg ins rechte obere Toreck zur Ecke lenkte (12.) und kurz darauf mit einer Glanzparade die Direktabnahme von Dimitri Nazarov entschärfte (15.).
Auf der Gegenseite boxte Dirk Orlishausen einen gefährlichen Distanzschuss von Hendrick Zuck aus der Gefahrenzone (16.). Mittels Flanken versuchte Eintracht immer wieder, die Defensive der Badener auszuhebeln, was jedoch keine klaren Torchancen nach sich zog. Die Gäste lauerten auf Konter, doch auch für Gikiewicz gab es im Tor der Blau-Gelben kaum Arbeit.
Einige Male kamen die Löwen in aussichtsreiche Schusspositionen, doch meist war der KSC einen Schritt schneller. Kurz vor dem Wechsel fiel dann die glückliche Gästeführung: Rouwen Hennings nahm einen Pass in die Tiefe auf und überwand den herauslaufenden Gikiewicz von halbrechts (43.).
Zur Halbzeit wurde der rotgefährdete Hochscheidt durch Havard Nielsen ersetzt und Eintracht begann, auf den Ausgleich zu drücken: Erst zielte Zuck nach schönem Pass von Berggreen eine Etage zu hoch (49.), dann kam der Däne nach Zuspiel von Nielsen einen Tick zu spät (50.). Anschließend probierte es Mirko Boland aus der Distanz, doch auch sein Schuss flog über das KSC-Gehäuse (51.).
Die Partie war in der Folge von Hektik geprägt; die Spielunterbrechungen durch Fouls nahmen zu. Danach dauerte es eine Weile, bis Eintracht wieder gefährlich wurde. Erst schob Nielsen den Ball in Bedrängnis am Tor vorbei (67.), dann entschärfte Orlishausen einen gefährlichen Schuss von Omladic (69.). Die Gäste waren nun in die Defensive gedrängt und konnten nur selten für Entlastung sorgen, lediglich ein Schuss von Nazarov bedeutete Arbeit für Gikiewicz (71.). Eintracht schnürte die Karlsruher in ihrer Hälfte ein, doch die Gästeabwehr blieb nach wie vor sattelfest.
Kurz vor Schluss wurde es nochmals turbulent. Der schwache Referee Dr. Brych schickte Peitz nach einem Wortgefecht und anschließender Rempelei mit Gelb-Rot vom Platz, Eintracht-Kapitän Ken Reichel sah glatt Rot (84.).
Wenige Minuten danach sorgte Hennings dann für die Entscheidung: Nach einem Einwurf setzte er sich gegen Deniz Dogan durch, zog in den Strafraum und überwand Gikiewicz mit einem Schuss in die kurze Ecke (87.) In der Nachspielzeit wurde zunächst ein Freistoß von Dogan auf der Linie geklärt, kurz danach scheiterte Benjamin Kessel aus der Nahdistanz.
Mannschaft: Gikiewicz – Reichel, Dogan, Correia, Sauer – Zuck, Boland, Pfitzner (68. Düker) – Hochscheidt (46. Nielsen), Omladic (79. Kessel) – Berggreen.

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