Ausstellung übers Kennenlernen

„Gesichter der Stadt“ dokumentiert die Begegnung von Braunschweigern und jungen Flüchtlingen.

Im Gegenwartstreffpunkt sind die Treffen der Gruppe dokumentiert. Foto: André Pause

Von André Pause, 01.10.2016.

Braunschweig. Im Zentrum der neuen Sonderausstellung im Braunschweiger Landesmuseum „Gesichter einer Stadt“, die bis zum 27. November im Haus am Burgplatz gezeigt wird, stehen neun Braunschweiger Jugendliche und fünf junge Flüchtlinge aus Afghanistan, die sich und die Stadt, in der sie gemeinsam leben, im Rahmen des Projektes kennengelernt haben.

Ausgangspunkt waren ab Januar gemeinsame Freizeitunternehmungen – unter anderem standen Ausflüge zum Bouldern, in den Kunstverein oder ins Staatstheater auf dem Programm –, die mit Fotos oder Filmen dokumentiert wurden. Im ersten Teil der zweisprachig gestalteten Ausstellung stehen die Biografien der Teenager und die chronologische Entwicklung der Flüchtlingsbewegungen seit den 70er Jahren im Fokus. Es folgt ein Kapitel, in dem gängige Vorurteile, die gegenseitige Vorstellung voneinander, thematisiert werden.

Im Gegenwartstreffpunkt, der im Stil eines Jugendzimmers eingerichtet ist, sind in Tagebuchform die insgesamt 14 Treffen der Gruppe dokumentiert. Abschließend geben die jungen Menschen via Videobotschaft Einblicke in ihren Erwartungs-, Wünsche- und Werte-Kosmos.

Umfrage: Was hat euch an „Gesichter einer Stadt gereizt?“

Hamid Moradi: „Mir war wichtig, das Leben der Menschen hier kennenzulernen: die Sprache, die Traditionen, die Kultur und alles, was sonst dazugehört.“

Merle Hesse: „Ich habe durch Freunde von diesem Projekt erfahren und war seit März dabei. Ich bin noch bei einem anderen Projekt engagiert und wollte etwas dazulernen.“

Hamid Hamidi: „Ich möchte erfolgreich sein und die Möglichkeiten nutzen, mich weiterzubilden. Nun besuche ich die Waldorfschule und möchte hier Zahnmedizin studieren.“

Leonie Mier: „Statt nur in den Nachrichten zu verfolgen, wie und warum Flüchtlinge zu uns kommen, wollte ich selber gucken und die Leute mit ihrer Vorgeschichte kennenlernen.“

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