11. Juni 2021
Verkehr

Auto, Fahrrad, Bus: Wer ist wie unterwegs?

Mobilitätsentwicklungsplan untersucht den Verkehr von heute und morgen – Umfangreiche Bürgerbeteiligung

Stark frequentiert: Der Verkehr am Hagenmarkt. BZV-Archiv: Norbert Jonscher

Braunschweig. Auto, Fahrrad oder doch lieber Bus und Bahn? Ein Projekt untersucht, wie wir uns jetzt und in Zukunft in der Stadt fortbewegen. 2020 wurde der sogenannte Mobilitätsentwicklungsplan, kurz MEP, begonnen. Nachdem am Anfang der Ist-Zustand im Fokus war, geht es jetzt darum, „konkrete Szenarien, auch mit Blick auf Klimaschutz und Luftreinhalteplan, zu entwickeln“, kündigte Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer an.

Die Bürger sind ausdrücklich eingeladen mitzureden. Eine Pop-up-Ausstellung informiert ab Samstag, 12. Juni auf dem Magnikirchplatz und ab 17. Juni auf dem Domplatz über das Projekt und die ersten Ergebnisse. Außerdem geht das MEP-Team in verschiedenen Stadtteilen „on tour“, um Meinungen und Wünsche einzusammeln (Termine siehe Kasten).
„Der Mobilitätsentwicklungsplan wird kein dickes Buch werden, in dem für jede Situation und für jeden Straßenzug die passende Lösung präsentiert wird“, warnte Leuer vor überhöhten Erwartungen. Stattdessen würden Skizzen und allgemeine Ziele entwickelt, die den überholten Plan aus dem Jahre 1998 weiterschreiben sollen.

Rad ist beliebt

Doch wie bewegen sich die Braunschweiger aktuell fort? Ganz klar: Meist mit dem Fahrrad. „Die Untersuchung zeigt, dass Braunschweig im Vergleich mit anderen Städten gleicher Größenordnung eine etwas überdurchschnittliche Radverkehrsnutzung aufweist“, erklärte Projektleiterin Claudia Fricke. Für den Radverkehr wurde in den vergangenen Jahren auch einiges getan: Einbahnstraßen können zum Beispiel in beide Richtungen befahren werden, Rad- und Gehwege wurden getrennt.

Klar vom Auto dominiert ist dagegen der Regional- und Pendlerverkehr. Als positiv bewerten KfZ-Nutzer in dieser Hinsicht das gut ausgebaute Straßennetz und das Parkplatzangebot in der Innenstadt.
Luft nach oben hat dagegen die Situation der Fußgänger in der Peripherie, die nicht unbedingt Versorgungseinrichtungen in unmittelbarer Entfernung haben.

Auch was den ÖPNV betrifft, könnten die Verbindungen zwischen Stadt und Stadtrand besser ausfallen, befand die Analyse. Dagegen sind die Haltepunkte schnell zu erreichen. Ebenfalls positiv: Mehr als die Hälfte der 81 Straßenbahnhaltestellen haben Radabstellplätze – die Verkehrsmittel sind also gut vernetzt.

Männer und Frauen

„Es ist wichtig, sich den Verkehr ganzheitlich anzusehen“, betont Claudia Fricke. Auch Genderfragen spielten eine Rolle. „Männer verhalten sich tatsächlich anders im Straßenraum als Frauen“, fand sie heraus.
Während Männer häufig direkte Wege wählten, machten Frauen noch den berühmten „Einkaufsschlenker“.

Ein Beispiel, wie der Verkehr neugeordnet werden kann, um Konflikte zu vermeiden und das Stadtklima zu verbessern, gibt es schon: Die Helmstedter Straße. Dort wurden der Autoverkehr umgeleitet, Staubrennpunkte an den Kreuzungen entzerrt und eine Veloroute geplant.

Termine

• bis 30. Juni: Online-Beteiligung unter www.mep.braunschweig.de
• ab 12. Juni: „Beteiligung To Go“ – Mitmach-Spielset erhältlich im Rathaus und an den On-Tour-Ständen
• ab 12. Juni auf dem Magnikirchplatz, 14. bis 17. Juni auf dem Domplatz: Pop-up-Ausstellung
• 17. Juni, ab 18 Uhr: Live-Informationsveranstaltung auf www.mep-braunschweig.de

• Mep on tour:
12. Juni 11 bis 15 Uhr, Magnikirchplatz
15. Juni, 14 bis 18 Uhr: Hauptbahnhof
17. Juni, 8 bis 13 Uhr: Wochenmarkt Weststadt
22. Juni, 14 bis 18 Uhr: EKZ Hamburger Straße
24. Juni, 14 bis 18 Uhr: Wochenmarkt Stadtpark

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