Bahnhof: 50 neue Fahrradständer

Stadt und Deutsche Bahn AG schaffen bis 2019 deutlich mehr Abstellmöglichkeiten

Ein Bild, das der bald der Vergangenheit angehören soll: Der Bahnhofsvorplatz mit wild parkenden Rädern und überfüllten Fahrradständern. . Foto: Florian KleinschmidtBestPixels.de

Braunschweig. Auf dem Bahnhofsvorplatz rattert ein Presslufthammer. Der Bereich vor der McDonalds-Filiale ist weiträumig abgesperrt. Stadt und Deutsche Bahn AG machen ernst: Bereits im Sommer wurden auf den Verkehrsinseln des Berliner Platzes 50 mobile Radständer installiert. In dieser Woche kamen noch einmal 50 Bügel vor der McDonalds-Filiale hinzu. Sie sollen bereits zum Wochenende den Pendlern zur Verfügung stehen, die mit dem Rad zum Bahnhof kommen und in den Zug umsteigen. „Die Parkplatznot vor dem Bahnhof ist ein altes Thema“, räumt Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer ein.

Seit dem Umbau des Bahnhofsvorplatzes im Jahr 2000 sei die Zahl der Klagen über fehlende Ständer, umgestürzte Räder und „wildes Parken“ an Laternenmasten gestiegen. Jetzt kommt Bewegung in die Sache.

Kurz vor Ankunft des Zuges noch auf der verzweifelten Suche nach einem Fahrradparkplatz? Für Bahnbenutzer in Braunschweig gehört das seit Jahren zum Alltag. „Auf der einen Seite freuen wir uns, dass der Radverkehr zugenommen hat, immer mehr Pendler mit dem Zweirad kommen und dann in den Zug steigen“, freut sich Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer. Auf der anderen Seite führe genau das zu massiven Problemen, denn die Infrastruktur sei in den vergangenen Jahren einfach nicht mitgewachsen. Die 250 Ständer vor dem Schnellimbiss reichten nicht mehr aus.

Arbeiten daran, dass sich das Fahrradchaos am Hauptbahnhof langsam lichtet (v. l.): Marco Schlott, Bahnhofsmanagement, Dirk Heuvemann, Fahrradbeauftragter der Stadt, und Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer.   Birgit Wiefel

Inzwischen bewegt sich etwas: Im Sommer wurden 50 Bügel auf den Verkehrsinseln des Berliner Platzes installiert und auch die 50 neuen Ständer vor der McDonalds-Filiale, die sich für 100 Fahrräder eignen, sollen erst der Anfang sein. Im kommenden Jahr wird der Südausgang aufgerüstet. Derzeit gibt es dort rund 50 „Abstellanlagen“, wie es im Beamtendeutsch heißt. Künftig sollen es 300 sein. Für rund 200 Räder wird es Platz in einem sogenannten „Käfig“ mit elektronischer Zu- und Abgangskontrolle geben, weitere 100 Ständer werden überdacht sein. Die Kosten unter anderem für das Herrichten der Fläche und den Stromanschluss werden auf rund 600 000 Euro geschätzt, beim Land wurde ein entsprechender Förderantrag gestellt. „Mit den neuen Ständern wollen wir nicht nur das Erscheinungsbild des Bahnhofvorplatzes verschönern“, erläutert Leuer. Sie seien auch Teil der neuen regionalen Mobilitätsstrategie, die den öffentlichen Nahverkehr aufwerte und dazu animieren solle, das Auto ganz einfach stehen zu lassen.

Bleibt das Problem der Schrotträder, die viele der Bügel blockieren. Auch hier wollen Stadt und Deutsche Bahn ab sofort wesentlich härter durch als bisher. „Alle sechs Wochen wird der Platz aufgeräumt“, stellt Bahnhofsmanager Marco Schlott klar. Das heißt: Alle Schrotträder werden gekennzeichnet und nach einer Frist, in der der Besitzer die Möglichkeit hat, es wieder mitzunehmen, entfernt. „Das harte Durchgreifen ist nötig: Im Schnitt entfernen wir pro Turnus an die 75 bis 100 Fahrradleichen“, macht Schlott deutlich. Die Stadt beteiligt sich zur Hälfte an den Kosten der Aufräumaktion.

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