19. November 2021
Stadtplanung

Bahnstadt: Feinschliff für den Rahmenplan

Bis Sonntag, 21. November, können Bürger noch einmal online Vorschläge zum Zukunftsquartier abgeben

Wie soll die neue Bahnstadt aussehen? Im Lokpark informierten Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer (li.) und Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum noch einmal zum jüngsten Stand des Projekts, das die Gegend um den Hauptbahnhof zukunftsweisend gestalten will. BZV-Archiv: Bernward Comes

Viewegs Garten-Bebelhof. Bei der Bahnstadt geht es weiter. Bislang existiert für das 82 Hektar große Gebiet rund um den Hauptbahnhof ein Rahmenplan. Der soll bis Ende des Jahres den letzten Feinschliff erhalten und 2022 den Ratsgremien vorgelegt werden. Bevor es allerdings soweit ist, haben die Bürger noch einmal das Wort. Am 6. November lud die Stadt zur Zukunftsreise in den Lokpark ein. Bis zum morgigen Sonntag, 21. November, kann sich jeder auch noch online unter www.braunschweig.de/leben/stadtplanung_bauen/bahnstadt über das Projekt informieren und Vorschläge abgeben.

„Die Bahnstadt ist das wohl größte Stadtentwicklungsprojekt Norddeutschlands“, ordnete der neue OB Dr. Thorsten Kornblum ein. Der Begriff Stadt werde hier neu gedacht, ebenso die Themen Leben, Arbeiten und Kultur.

In der Tat gehen die Planungen sehr weit in die Zukunft. Der Förderzeitraum beträgt 15 Jahre, so lange werden manche Einzelprojekte wohl auch dauern, zumal manche Areale noch der Bahn gehören. „Wir sind mit der Bahn im Gespräch“, zeigte sich Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer zuversichtlich. Auch die eventuelle Reaktivierung von Güterstrecken mache ihm keine Angst. „Wenn sich die Bahn dafür entscheidet, werden wir auch das akzeptieren. Wir sehen die Bahnstadt positiv; eine Reaktivierung von Strecken kann von Vorteil für die Bereiche sein, in denen sich Gewerbe ansiedeln soll.“

Damit das 21 Millionen Euro teure Projekt aber nicht zu sehr Zukunftsmusik bleibt, soll an einigen Ecken schon bald etwas passieren. Leuer nennt als Beispiele die Tannenberg- und die Tilsiterstraße. In dem stark bebauten Quartier werden künftig Fußgänger und Radfahrer in den Mittelpunkt rücken und die Straßen in Spielstraßen umgewidmet werden, in denen nur noch Schrittgeschwindigkeit erlaubt ist.

Über das Projekt

Das Projekt Bahnstadt ist Teil des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK). Es gliedert sich in vier Zukunftsquartiere: Hauptgüterbahnhof, Hauptbahnhof Süd, Gleisharfe und das EAW (Eisenbahnausbesserungswerk)-Gelände. In ihnen sollen zukunftsweisende Themen wie klimagerechte Stadt, vernetzte Mobilität, Digitalisierung und Industrie 4.0 berücksichtigt werden. Bund und Land unterstützen die Entwicklung im Rahmen der Städtebauförderung.

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