Bald rollt die Lkw-Karawane durchs Dorf

Anlieger in Lamme sorgen sich um die Sicherheit in ihrem Ort und sammeln Unterschriften

Werner Nowak, Wilhelm Hirthe, Christel Nowak und Enkel Christian Cassel sind wie viele andere Lammer dagegen, dass demnächst die Lkw aus dem künftigen Baugebiet Kälberwiese durch ihren Ort fahren. Foto: Philipp Ziebart/BestPixels.de

Von Marion Korth, 22.05.2018

Braunschweig. Werner Nowak fühlt sich schon jetzt überrollt, von dem, was auf seine Frau Christa und die anderen Anlieger in Lamme von Juni an zukommen wird: an die 100 Lastwagen, beladen und leer, die belastetes Erdreich aus dem geplanten Baugebiet Kälberwiese zur Deponie nach Watenbüttel transportieren sollen. „Mitten durchs Wohngebiet“, sagt Nowak empört.
Er zählt auf: „Wir haben hier in Lamme vier Kindergärten, eine Kindertagesstätte, eine Schule und einen Sportverein.“ Wer denkt an die Sicherheit der Kinder? Und am Raffteichbad werde demnächst die Badesaison eröffnet, gibt Nowak im Namen einiger besorgter Anlieger zu bedenken.

„Wir sind gegen das Verkehrsaufkommen und dagegen, dass wir zur Kasse gebeten werden, wenn hinterher die Straßen kaputt sind“, erklärt Nowak weiter . Die Neudammstraße und der Rodedamm seien schon jetzt in keinem guten Zustand, nicht auszudenken, wenn über diese beiden Straßen über einen Gesamtzeitraum von neun Monaten – so lange wird es dauern, bis das Erdreich abgetragen und ausgetauscht ist – der Schwerlastverkehr rollt. Schon jetzt würden die Lkw nicht mit Tempo 50 durch den Ort fahren.

Die Lkw sollen von dem neuen Baugebiet Feldstraße/Kälberwiese über eine dafür ertüchtigte Baustraße über Madamenweg und B 1 aus der Innenstadt herausfahren. „Dann sollen die Unternehmer sich selbst ihren Weg suchen“, sagt Nowak.

Es sei abzusehen, dass dieser Weg über Neudammstraße und Rodedamm (K 80) am Kanzlerfeld vorbei Richtung Watenbüttel führen wird. Der Verkehrskollaps drohe auch dort, lange Staus zu den Hauptverkehrszeiten gebe es in Watenbüttel schon jetzt – auch ohne die nun drohenden zusätzliche Lastwagen.
Am 9. Mai hatte das Thema in der Sitzung des zuständigen Stadtbezirksrates Lehndorf-Watenbüttel besprochen werden sollen, nun sei es auf die Sitzung am 23. Mai vertagt worden.

An diesem Tag will Werner Nowak eine Unterschriftenliste gegen die geplante Fahrtroute abgeben. Er hofft bis dahin auf weitere Unterstützung von betroffenen Anliegern.

^