Barockmusik zur Weißwurst

Zum Auftakt der „Lunch-Konzerte“ spielten Solisten des Staatsorchesters im Großen Haus

Ein kleines Rätsel für die Gäste: Orchesterdirektor (und an der Trompete) Martin Weller moderierte das „Lunch-Konzert“ mit leichter Hand. Unterstützt wurde er von den Barocksolisten des Staatsorchesters Josef Ziga (Violine), Mihalj Kekenj (Violine), Wiktor Gazda (Violine), Yun Jin Lee (Violine), Christian Bußmann (Violoncello), Yuki Matsumoto (Kontrabass), Christopher Lichtenstein (Cembalo).   Foto: Birgit Wiefel

Innenstadt. Mittagszeit im Staatstheater. Durchs Foyer des Großen Hauses zieht Weißwurst-Duft. Statt Prosecco perlt um diese Uhrzeit eher Selters in den Gläsern. Gegen ein Uhr machen es sich die Gäste, die meisten bequem in Jeans und Pullover, in den roten Samtsesseln des Saals gemütlich.

Zum ersten Mal in dieser Spielzeit hatte das Staatsorchester wieder zum „Lunch-Konzert“ geladen. Nicht wie bislang üblich in die Stadthalle, sondern ins Große Haus. Das Konzept des Formats ist so einfach wie sympathisch: Leckeres Essen (in diesem Fall vom Kantinenkoch des Theaters), schöne Musik und das alles bei freiem Eintritt. Die Lunch-Konzerte sind ein Dauerbrenner seit sechs Jahren mit einer treuen Gemeinde.

„Es war der ausdrückliche Wunsch von Intendantin Dagmar Schlingmann, die Konzerte im Großen Haus stattfinden zu lassen“, erläuterte Pressesprecherin Susanne Springer. Ein Umzug war auch deshalb nötig, weil die Stadthalle in den kommenden Jahren aufgrund von Sanierungen nicht mehr zur Verfügung steht. Wie sich am Montag zeigte, war die Entscheidung goldrichtig. Rund 350 Zuhörer waren zum „Lunch-Konzert“ gekommen – deutlich mehr als in den vergangenen Jahren mit durchschnittlich rund 100 Besuchern. Auf dem Programm: Barockmusik von Bach, Telemann und Bosinius sowie die jüngere Komposition „Palladio“ von Karl Jenkins – vielleicht etwas getragene Kost für die Mittagszeit, aber dank der gut gelaunten Barocksolisten und Orchesterdirekor Martin Weller so leicht und locker serviert, dass die Stunde im Nu verflog und nicht nur sehr unterhaltsam, sondern auch sehr informativ war.

Das Publikum lernte beim „Lunch-Konzert“ nämlich gleich zweierlei: Dass das Genie Bach einer der ersten war, der über Musik absolut nachgedacht hatte und dass man in Theaterhäusern möglichst nicht pfeifen sollte.
„Als in den Theater die Gasbeleuchtung eingeführt wurde, hieß ein Pfiff: ‘Achtung, gleich knallt’s’“, plauderte Weller aus dem Nähkästchen.
Wer ihn und das Staatsorchester einmal selbst mittags live erleben möchte, sollte sich die nächsten Termine vormerken: 28. Januar 2019, 11. März 2019, 1. April 2019 und 20. Mai 2019, jeweils 13 Uhr (Einlass 12 Uhr).

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