20. Dezember 2018
Soziales

„Bedürftigen ein Stück Würde zurückgeben“

Friseurmeisterin Melanie Casavecchio engagiert sich als „Barber Angel“

Melanie Casavecchio (rechts) in Aktion Foto : Andreas Stolz

Braunschweig. Seit fünf Jahren ist sie selbstständige Friseurmeisterin in Braunschweig: Melanie Casavecchio. Alle 14 Tage schneidet sie Haare, jedoch nicht gegen bare Münze.

Dann ist sie nämlich als „Barber Angel“ auf Achse und kümmert sich ums Aussehen von Obdachlosen und Bedürftigen. Dieser gesellschaftlichen Gruppierung zu helfen und ihnen ein Stück weit ihre (Menschen-)Würde zurückzugeben, ist Ziel der bundesweit agierenden „Barber Angel Brotherhood“ und ihrer Mitglieder.

Melanie Casavecchio erzählt: „Wir sind ein Verein, der auf Unterstützung von Sponsoren angewiesen ist. Ehrenamtlich tätig, übernehmen wir unsere Kosten, die bei den Aufenthalten in anderen Städten anfallen, selber.“ Wie die Braunschweigerin auf die Angels stieß? „Ich habe vor einigen Jahren einen Bericht über die Gruppe im Fernsehen verfolgt und mir gedacht, dass ich da mitmachen sollte.“

Gedacht, getan! Melanie Casavecchio nahm Kontakt zu den Barber Angels auf. Sie trat anfangs als „Gastengel“ in Hamburg in Aktion, heute ist sie die Repräsentantin der Brotherhood in Niedersachsen. Ihre Motivation, sich zu engagieren, umreißt sie so: „Als Friseurin kann ich kein Geld geben. Aber ich kann den Obdachlosen und Bedürftigen durch meine Arbeit Menschlichkeit und Würde geben, die sie ansonsten nicht bekommen.“

Also schneidet, frisiert und fönt sie Haare oder rasiert Bärte. „Für unsere weiblichen Gäste gibt es außerdem ein leichtes Tages-Make-Up“, erläutert die Braunschweiger Friseur-Meisterin. Ihr Lohn? „Das sind die glücklichen Gesichter, wenn die Leute sich hinterher im Spiegel sehen“, sagt „Barber Angel“ Melanie Casavecchio.

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