„Bei Salim Khelifi hat es ’Klick‘ gemacht“

2. Fußball-Bundesliga: Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht im zweiten Teil des nB-Interviews über seine international eingesetzten Spieler.

Weist seiner Mannschaft engagiert den Weg: Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht. Foto: SH

Von Elmar von Cramon, 30.12.2015.

Braunschweig. Eintrachts Zweitliga-Fußballer, die auf Tabellenplatz fünf überwintern, werden bereits am Montag wieder zum Training gebeten. Im zweiten Teil des nB-Interviews spricht Eintracht-Coach Torsten Lieberknecht über seine international eingesetzten Spieler und die Vorbereitung auf den Rest der Rückrunde.

?Auf der Jahreshauptversammlung warnten Sie kürzlich vor einer „ungesunden“ Erwartungshaltung. Was steckte dahinter?

!Ich würde mir wünschen, dass die Arbeit der sportlich Verantwortlichen auch mal losgelöst vom aktuellen Spieltag oder möglichen Tabellenkonstellationen betrachtet und beurteilt wird. Erwartungen dürfen nicht in eine unrealistische und damit auch ungesunde Richtung gehen. Man sollte unsere Gesamtentwicklung betrachten, mit der es seit langem aufwärts geht. Das lässt sich nicht immer nur anhand des Tabellenstandes beurteilen.

?Im Kader stehen in diesem Jahr viele interessante Spieler, die in der Liga ihr hohes Niveau unter Beweis stellen und teilweise auch schon internationales Parkett betreten haben. Kann man auf diese Entwicklung stolz sein?

!Das gehört zur angesprochenen Gesamtentwicklung und ist mir aus diesem Grund auch sehr wichtig.
Rafal Gikiewicz fährt für Polen vielleicht zur EM, auch Phil Ofosu-Ayeh und Nik Omladic repräsentieren unseren Verein in ihren Nationalteams. In Salim Khelifi, Saulo Decarli, Emil Berggreen oder Joseph Baffo haben wir weitere Akteure mit internationaler Erfahrung. Sehr gut entwickelt haben sich auch unsere eigenen Nachwuchskräfte wie Gerrit Holtmann, der U20-Nationalspieler geworden ist, oder Max Sauer, der sich einen Stammplatz erkämpft hat. Hinzu kommt, dass keiner dieser Spieler von einem anderen Verein ausgeliehen ist, sondern alle fest zu Eintracht gehören.

?Salim Khelifi war vor der Saison ein Kandidat für eine Ausleihe, ist mit sechs Treffern nun Top-Torschütze. Hat sie seine Entwicklung überrascht?

!Wir hatten im Sommer ein längeres Gespräch mit ihm und seinem Berater, in dem es nicht nur um Fußball ging. Für einen jungen Spieler wie ihn, der zum ersten Mal allein in einem fremden Land lebt, ist nicht immer alles einfach.
Wir sind sehr froh, dass es bei ihm „Klick“ gemacht hat, er in jeglicher Hinsicht in Braunschweig angekommen ist und so zu seiner Leistungsfähigkeit gefunden hat. In der Vorbereitung hat er uns alle überzeugt und sich seinen Stammplatz deshalb redlich verdient. Sein Beispiel zeigt, dass man mit einigen Spielern Geduld haben sollte, was aktuell auch bei Mads Hvilsom gefragt ist.

?Was steckt hinter der Maßnahme, die Vorbereitung auf die Rest-rückrunde ohne Trainingslager im Ausland zu absolvieren?

!Wie bereits in den Vorjahren war die Wetterlage bei uns nicht derartig schlecht, dass man zwingend hätte wegfahren müssen. Außerdem besitzen wir mittlerweile selbst eine hervorragende Infrastruktur mit sehr guten Trainingsbedingungen. Auch deshalb rechnen wir nicht damit, dass Testspiele wetterbedingt ausfallen werden.

?Was werden Sie der Mannschaft für die Restrückrunde mit auf den Weg geben?

!Sie soll wie bisher mit dem gleichen Engagement weiterarbeiten, das uns in vielen Spielen ausgezeichnet hat. Wir wollen alles dafür tun, auf dem Relegationsplatz zu landen.

?Wie lauten Ihre Erwartungen und Wünsche im Bezug auf die Fans?

!Sich an das von Spielern und Fans gemeinsam Erarbeitete erinnern und diesen Weg auch weiter zusammen beschreiten. Auch wenn man zu einzelnen Dingen unterschiedlicher Meinung ist, freut und leidet man doch gemeinsam und hat den Verein vom Fast-Absturz in die 4. Liga nach oben begleitet. Das gemeinsame Ziel von Spielern und Fans ist ein Verein, auf den man auch weiterhin stolz sein kann. Ich wünsche mir, dass uns das gelingt.

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