Bereitschaftspflegemama erlebt viel Freundlichkeit und Nächstenliebe | Neue Braunschweiger
5. Dezember 2019
Soziales

Bereitschaftspflegemama erlebt viel Freundlichkeit und Nächstenliebe

Anja Leiß kennt viele Menschen, die nicht nur in der Vorweihnachtszeit freundlich sind – Und sagt an dieser Stelle den Braunschweigern Danke

Anja Leiß ist Bereitschaftspflegemama und dankbar für die Freundlichkeit, die sie immer wieder erlebt. Foto: oh

Braunschweig (mak). Es gibt sie, die netten Menschen. Anja Leiß hat uns einen langen Brief geschrieben, um mitzuteilen, wie viel Freundlichkeit ihr zuteil geworden ist – von vielen Menschen, mit denen sie Kontakt hat. Die von der Braunschweiger Zeitung angestoßene Initiative „Seid nett zueinander“ will ein Gegengewicht setzen zu Gleichgültig- und Rücksichtslosigkeit, zu Pöbelei und Hass. Das unterstützten wir aus vollem Herzen und freuen uns über Ihre Zuschriften an nb-redaktion@nb-online.de, Stichwort „Seid nett zueinander“.

Hier kommt Anja Leiß’ Geschichte: „Freundlichkeit und Nächstenliebe erfahre ich besonders in der Zeit, in der ich mit einem ‘meiner’ Kinder unterwegs bin. Ich bin Bereitschaftspflegemama, und mein Mann und ich nehmen Kinder aus Inobhutnahmen durch das Jugendamt bei uns auf. Erwähne ich bei der Abholung von Ebay-Kleinanzeigen-Käufen, für wen die erworbenen Spielsachen sind, bin ich nie ohne ein Geschenk für das Kind nach Hause gefahren. Die Herzen anderer Menschen öffnen sich nicht nur jetzt in der Vorweihnachtszeit, ich erfahre dieses grundsätzlich.

Als ich kurz nach der erneuten Aufnahme eines Kindes einen Augenarzttermin benötigte, aber noch keine Krankenkassenkarte von ihm hatte, bekam ich trotzdem innerhalb von zwei Tagen einen Termin. So etwas geht nur mit einer netten, engagierten Arzthelferin am anderen Ende der Telefonleitung. Dass ich mich beim Verlassen der Praxis dann noch bei ihr persönlich dafür bedankte, ist selbstverständlich!

Als Braunschweigerin liebe ich diese Stadt mit ihren überwiegend netten Menschen. Vor einigen Jahren stand ich mit meiner damals circa 15- jährigen Tochter im Supermarkt an der Kasse, und wir hatten nur ein Teil zu bezahlen. Was es war, weiß ich schon gar nicht mehr. Vor uns stand ein junger Mann, der ebenso nur ein Teil neben sich liegen hatte: eine Salatgurke. Er drehte sich zu uns um und sagte mit beschwingter Geste: „Kommt ruhig vor meine Gurke!“ Es dauerte nur wenige Sekunden, und meine damals pubertierende Tochter brach in Gelächter aus, das alle mitriss. Seine nette Aussage ist Jahre später noch der Insider-Brüller in so mancher Situation.

Ich erlebe in meiner Aufgabe als Bereitschaftspflegemama, wie meine wundervollen Kolleginnen von der familiären Bereitschaftsbetreuung auch, viele unschöne Dinge und Kinderleiden, was manchmal schwer auszuhalten ist. Aber ich wünsche mir und allen Lesern, den Glauben an das Gute nicht zu verlieren. Und habt ihr mal ein wirklich grimmiges Gegenüber – vergesst nie: Karma regelt das schon…

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