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Bernd Nehrig: „Es gibt bei Eintracht eine Mission zu erfüllen“

Fußball: Eintrachts neuer Vizekapitän im NB-Interview über seine Gründe zu den Löwen zu wechseln und seine Zuversicht für den Klassenerhalt

Bernd Nehrig. imago/Hübner

Braunschweig. Vor dem Spiel gegen Rostock sprach die NB mit Eintracht-Neuzugang Bernd Nehrig.

Herzlichen Glückwunsch zur Wahl zum Vizekapitän bei Eintracht. Was reizt Sie daran, Verantwortung zu übernehmen, und warum haben Sie sich für einen Wechsel nach Braunschweig entschieden?
Vielen Dank! Allerdings bin ich auch ohne Ämter ein ehrgeiziger Wettkampftyp, der nicht nur Fußball spielt, um auf dem Platz zu stehen. Meine Eindrücke vom Verein, auch was Fans und Umfeld angeht waren, genauso wie die Gespräche mit André Schubert, positiv. Mir wird hier wieder eine gewisse Wertschätzung entgegengebracht, außerdem gibt es hier eine Mission zu erfüllen, so dass ich mich bewusst für den Weg mit der Eintracht entschieden habe. Trotz der augenblicklichen Situation bin ich übrigens der Meinung, dass der Verein Eintracht Braunschweig keinen Deut schlechter ist als Pauli.

Beim 4:1-Erfolg über den 1. FC Magdeburg haben Sie sich mit einem Tor und zwei Vorlagen eindrucksvoll auf Zweitliganiveau vom Millerntor verabschiedet. Was sprach dafür, eine Klasse tiefer anzuheuern?
Ich habe in Hamburg fünfeinhalb wunderschöne Jahre gehabt, doch im vergangenen halben Jahr wenig gespielt. Da auch die Rückmeldungen mir nicht das Gefühl gaben, dass es über die Saison hinaus weitergeht, wollte ich nicht riskieren, bis zu meinem Vertragsende im Sommer überwiegend auf der Bank zu sitzen.

Mit Ihrem ehemaligen Club waren Sie in der Spielzeit 2016/17 in einer ähnlichen Situation wie jetzt mit den Löwen. Nach einer schwachen Halbserie mit nur elf Punkten landeten Sie als drittbestes Rückrundenteam in der Endabrechnung mit 45 Zählern auf Platz acht. Was wird nötig sein, um so eine Energieleistung mit Eintracht zu wiederholen?
Man braucht eine kompakte Truppe und damit meine ich nicht nur die Mannschaft, sondern auch die Fans und alle im Verein und Umfeld. Die schlechte Vorrunde abhaken zu können, war damals unser großer Faustpfand. Es gab nichts mehr zu verlieren, wir konnten uns nur noch verbessern. Diese Einstellung hat viel bewirkt, so dass wir in einen „Flow“ gekommen sind. Deshalb zählt auch in der jetzigen Situation, dass wir als Mannschaft mit dem Trainer- und Funktionsteam sowie allen im Umfeld homogen auftreten und wir alle zusammen alles reinhauen.

Ist es möglich, sich die aktuelle Situation zum Vorteil zu machen, weil seit Wochen klar ist, dass der alleinige Fokus darauf liegt, den Rückstand aufzuholen, um am Ende den Klassenerhalt zu schaffen?
Definitiv, zumal erst am Saisonende abgerechnet wird und nicht bereits im Winter. Nach der Hinrunde kann es nicht mehr schlechter laufen. Wir können ein Stück weit befreit aufspielen und zeigen, dass wir eine gute Truppe mit guten Fußballern sind. Wenn jemand sagt „Das hat noch nie jemand geschafft!“ kann das ein umso größerer Ansporn sein, die Aufgabe zu bewältigen und etwas Historisches zu schaffen. Auch wenn der eine oder andere Stolperstein kommt, muss man locker bleiben und nicht ständig auf die Tabelle schauen. Wir müssen alles geben und wenn wir das mit unserer jetzigen Truppe machen, dann bin ich durch meine Eindrücke der vergangenen Wochen felsenfest davon überzeugt, dass wir Siege einfahren werden. Das kann dann Woche für Woche ein Ausrufezeichen sein, auch an die Kontrahenten. Aber Fakt ist, wir müssen bei uns bleiben und selbst abliefern.

Das Gesicht der Mannschaft hat sich im Winter deutlich verändert. Wie schnell konnte sich das Team finden?
Man hatte im Winter die Option, etwas zu ändern oder so weiterzumachen. Letzteres kam für Mannschaft und Verein nicht in Frage, deshalb mussten zwangsläufig Veränderungen her, um die Situation zu verbessern. Realistischerweise muss man damit rechnen, dass zu Beginn noch Abstimmungsprobleme auftreten, was nach drei Wochen Vorbereitung normal ist. Sind wir als Mannschaft aber gewillt, zusammenzuhalten und alles zu geben, kann man das durch Einsatz wettmachen. Selbstvertrauen und mannschaftliche Geschlossenheit wachsen mit jedem Training und jedem positiven Erlebnis.

Wie gehen Sie in das morgige Spiel gegen Hansa Rostock?
Die Partie ist das erste von 18 Endspielen, um unsere Mission zu schaffen. Die Vorfreude ist riesengroß, weil wir gegen eine ambitionierte Mannschaft spielen und wir zeigen wollen, was in uns steckt. Die Chancen stehen in jedem Spiel 50/50. Man darf sich nicht von Momentaufnahmen verrückt machen lassen, sondern muss stets das große Ziel im Kopf haben. Zum Auftakt kann es nichts Schöneres geben, als so ein Spiel mit hoffentlich vielen Fans. Liefern wir unsere Arbeit ab, werden wir sicher auch dafür belohnt.

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