Bestanden: 304 Gesellen mehr | Neue Braunschweiger
28. September 2016
Menschen

Bestanden: 304 Gesellen mehr

Freisprechungsfeier des Handwerks im Dom,

Besondere Ehrung für die erfolgreichsten Prüflinge.

Von Ingeborg Obi-Preuß
Braunschweig, 28. September 2016. „Gott segne das ehrbare Handwerk“ – Dompredigerin Cornelia Götz, Wirtschaftsminister Olaf Lies und auch Kreishandwerksmeister Oliver Schatta wählten diese Worte am Ende ihrer Reden, um die Bedeutung des Handwerks zu betonen.
304 Auszubildende des Handwerks wurden gestern Abend im Dom freigesprochen, rund 90 der jungen Leute waren bei der Feier anwesend. Dazu Familienangehörige und viel Prominenz aus Politik und Verwaltung. „Dieser Dom ist der würdige Rahmen für diesen wichtigen Moment“, bekräftigte Lies.
Bäcker und Konditoren, Maler und Tischler, Elektroniker und Raumausstatter – die Liste der Berufe, die gestern „Gesellen-Zuwachs“ bekommen haben, ist lang. Und die Liste der Namen, die Justiziarin Jennifer Günther im Dom vorlas, ist noch länger.
„Sie gehören jetzt zu den Fachkräften, die wir in unseren Betrieben dringend brauchen“, sagte Oliver Schatta zu den erfolgreichen Absolventen. „Unsere Handwerksbetriebe brauchen Sie, meine lieben Damen und Herren, als Mitarbeiter und zukünftige Führungskräfte“, machte der Kreishandwerksmeister deutlich.
Er ermunterte den frischgebackenen Nachwuchs, eine Selbstständigkeit in Betracht zu ziehen. „In unsere Region fehlen den Betrieben häufig geeignete Nachfolger, das ist eine große Chance für Sie, lieben Gesellinnen und Gesellen.“ Schatta appellierte an den Mut der jungen Menschen, zu sagen: „Jawohl, ich riskiere das, ich traue mir das zu und möchte mein eigener Chef werden.“ Wirtschaftsminister Olaf Lies dankte den Betrieben, speziell den Ausbildern: „Ich weiß, Sie verbringen zum Teil mehr Zeit mit den Lehrlingen, als mit der eigenen Familie.“ Den erfolgreichen Absolventen bestätigte er, „die richtige Entscheidung“ getroffen zu haben. Das duale Ausbildungssystem sei das „Erfolgsmodell unserer Wirtschaft, Sie sind jetzt unsere Botschafter.“
Er selbst habe ebenfalls Ausbildung gemacht, seine beiden Töchter (14 und 15 Jahre alt) würden gerade Bewerbungen schreiben. Auch als Familie müsse man den Weg in das duale System unterstützen, bekräftigte er und lobte die anwesenden Eltern. „Das Tor zur Karriere steht ihrem Nachwuchs offen“, versicherte Lies. Die Berufsanfänger könnten morgen schon zur Start-up-Szene gehören, oder nach drei Jahren als Geselle ein Studium beginnen. „Oder Sie gehen einfach arbeiten“, fügte er an, „auch das ist ein Erfolg.“
Denn die Zukunft im Handwerk sehe gut aus: 90 Prozent der Handwerksbetrieb stuften ihre Lage als gut oder zufriedenstellend ein. „Beim traditionell zurückhaltenden Handwerk bedeutet so eine Aussage eine Eins“, sagte Lies. Und schloss auch einen Lob bei der Integration der Flüchtlinge an, „auch hier ist das Handwerk mit Qualifikation und Ausbildung vorbildlich dabei“, sagte der Wirtschaftsminister.

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