Betreutes Wohnen für Tauben

Neue Heimat für Stadttauben an der Salzdahlumer Straße aufgestellt

Am Dienstag wurde ein Taubenschlag installiert. Foto: oh

Braunschweig (a). Nach einer aufwendigen Planungsphase hat am Dienstag die Errichtung des ersten Taubenschlags für Stadttauben an der Salzdahlumer Straße begonnen.

„Wir freuen uns, dass es nach vielen Schwierigkeiten nun endlich losgeht. Der Modelltaubenschlag ist ein Durchbruch für die Verbesserung der Lebensbedingungen der Stadttauben“, sagt Beate Gries, Vorsitzende des Vereins Stadttiere.
Das Projekt wird gemeinsam mit der DB Netz AG realisiert. Als weiterer Partner konnte die Stadt ins Boot geholt werden, die das Projekt finanziell unterstützt. Der umgebaute Überseecontainer wurde mithilfe eines Krans auf seinen Standort gehoben. Dieser liegt in der Nähe der Eisenbahnüberführungen an der Salzdahlumer Straße, unter denen circa 150 bis 200 Tauben leben.

Die Verschmutzung mit Taubenkot unter den Brücken an der Salzdahlumer Straße ist seit vielen Jahren Anlass zu Beschwerden von Bürgern. Der Taubenschlag ist eine wichtige Maßnahme für mehr Tierschutz und mehr Sauberkeit in der Stadt. Denn die Tiere leiden: Sie hungern und verletzten sich bei ihrer ständigen Nahrungssuche oder werden überfahren. Nicht selten werden Tauben hinter schadhaften Vergrämungen eingeschlossen – bis zu 90 Prozent der Jungen verhungern. Eine Bestandsregulierung gelingt nicht durch Fütterungsverbote, sondern durch „Geburtenkontrolle“ wie es bei freilebenden Katzen seit fünf Jahren bereits geregelt ist, teilt der Verein Stadttiere mit und setzt bei den Stadttauben auf die „Empfehlungen des Landes Niedersachsen zur tierschutzgerechten Bestandskontrolle der Stadttaubenpopulation“ – also betreute Taubenschläge.

Durch die Schaffung kon-trollierbarer Nistplätze kann durch den Austausch der Gelege gegen Attrappen die Population nachhaltig und tierschutzgerecht reguliert und eine saubere Umgebung geschaffen werden. „Durch die Bereitstellung von Futter, Wasser und sicheren Brutplätzen bieten wie den Tieren, was sie brauchen und der Kot bleibt im Schlag“, so Beate Gries. Der tierschutzgerechte Verschluss unkontrollierter Brutstätten ist ein wichtiger Teil des Konzeptes, der mit der Erneuerung der Gitter unter den Brücken von der Stadt Braunschweig bereits vor einigen Wochen umgesetzt wurde.
Die Kosten für den Bau des ersten Taubenschlages in dem die „Brückentauben“ ein Zuhause finden können, belaufen sich auf knapp 24 000 Euro, inklusive dem Betrieb für ein Jahr. Davon trägt die Stadt 10 000 Euro. Der übrige Betrag konnte durch Spenden und Eigenleistung der Vereinsmitglieder finanziert werden. Die offizielle Einweihung findet im Mai statt.

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