Bewegende und illustre Kunst | Neue Braunschweiger
21. Oktober 2016
Kulturelles

Bewegende und illustre Kunst

Das Herzog Anton Ulrich-Museum wird nach sieben Jahren Komplettsanierung neu eröffnet.

In der Gemäldegalerie – hier die italienische Malerei des 17. und 18. Jahrhunderts – sorgt ein neues Konzept dafür, dass jedes Werk separat ins rechte Licht gerückt wird. Foto: A. Pause

Von André Pause, 21.10.2016.

Braunschweig. So viel Betrieb ist selten bei Pressekonferenzen zu kulturellen Ereignissen in der Stadt: Gleich mehrere Kamerateams wuseln umher, Fotografen sind dutzendweise dabei, Journalisten auch. Keine Frage: das Herzog Anton Ulrich-Museum bewegt. Eben noch die Berichterstatter, ab Sonntag dann hoffentlich auch die Besucher. Sieben Tage lang, vom 23. bis zum 30. Oktober feiert das Museum die Neueröffnung mit einer eintrittsfreien Woche der offenen Tür.

Nach sieben Jahren Planung, Sanierung und Einrichtung ist das HAUM endlich wieder für sein Publikum zugänglich. 35,6 Millionen Euro sind im Rahmen der größten Kulturbaumaßnahme des Landes in den vergangenen 20 Jahren in die zwei Bauphasen umfassende Erweiterung und Sanierung des traditionsreichen Hauses geflossen. Was freilich nötig war, weil der Museumsbau von Oskar Sommer aus dem Jahre 1887 an seine Grenzen gelangt war: die Technik hoffnungslos veraltet, die Bausubstanz angegriffen, und Platzmangel herrschte ebenfalls. „Durch den erfolgten Ausbau sind wir nun in der Lage, für Museumsarbeit des 21. Jahrhunderts zu sorgen“, betont Museumsdirektor Professor Dr. Jochen Luckhardt. 4000 Kunstwerke spiegeln nach der Neueröffnung auf identischer Quadratmeterzahl eine Spanne von 3000 Jahren Kunstgeschichte. Die Liste der im HAUM vertretenen Künstler könnte illustrer nicht sein, und reicht von Beckmann über Dürer bis zu Rembrandt.
Abwechslungsreich präsentieren sich die Ausstellungsräume nicht nur in ihrem Farbkonzept, mit sechs Farben in der Gemäldegalerie (1. Obergeschoss) sowie zwölf Farben bei Skulpturen und angewandter Kunst (2. Obergeschoss), sondern auch in puncto Ausstellungsarchitektur. Inhaltlich orientiert sich die neue Präsentation von der Antike bis zur Gegenwart an Themen, die Menschen bewegt haben – oder immer noch bewegen. Zeitgemäße Wege beschreitet das Haus schließlich bei der Kunstvermittlung: mit dem Besucherinfosystem „EyeVisit“ sowie intuitiv bedienbaren Interaktionstisch. Weitere Infos unter www.3landesmuseen.de .

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