Bewegender Abschied

Das Café Okerterrassen schließt: Jazz auf der Oker muss nach 28 Jahren umziehen.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 11.08.2013.

Braunschweig. Das war nicht ganz leicht: Der Abschied vom Café Okerterrassen nach 28 Jahren „Jazz auf der Oker“ war schön und sehr bewegend.

„Wir möchten unbedingt die 120 000-Euro-Marke knacken“, rief Harald Popanda zu Anfang den Besuchern zu. Und tatsächlich, der Wunsch des Musikers ging in Erfüllung. 5779, 70 Euro sammelten die Musiker ein und damit sind seit Beginn der Konzertreihe im Jahr 1985 insgesamt 122 234,49 Euro gesammelt und gespendet worden.
Das Café Okerterrassen, seit 1938 im Besitz der Familie Schönebaum, ist verkauft, der Betrieb wird zum Ende der Saison eingestellt. Für das Traditionskonzert „Jazz auf der Oker“ suchen wir aktuell noch eine neue Heimat. Wir werden Sie rechtzeitig informieren.
Beim letzten Konzert im Café Okerterrassen am vergangenen Sonntag spielten die Jungs von der Saratoga Seven noch einmal so voller Schwung und Elan, dass es eine helle Freude war. Begeisterte Zuschauer klatschten und sangen mit. Am Ende gab es sogar Tränen. Jannica Schönebaum fiel der Abschied besonders schwer. Die Tochter von Otto und Gerlinde Schönebaum hat viele der Jazzkonzerte miterlebt, häufig als Bedienung mitgeholfen und liebt die Atmosphäre ganz besonders.
So wie viele andere Stammgäste auch. Die Band hat die ganzen Jahre ohne Honorar gespielt, Schönebaums haben die Eintrittsgelder für die Plätze in ihrem Café immer gespendet. Und so kam die Summe von mehr als 120 000 Euro zusammen. Viele Projekte haben wir damit unterstützt. Das Geld vom letzten Konzert im Café Okerterrassen geht zur Hälfte an die Aktion gegen Kinderarmut in Braunschweig, für die der ehemalige Propst Armin Kraft steht und an die Deutsche Kirchenschule in Addis Abeba, zu der Domprediger Joachim Hempel den Kontakt hält.

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