„Bis Jahresende auf Rang 80“

Tennis: BTHC-Spielerin Magda Linette kämpft bei den French Open um Weltranglistenpunkte.

Bei den US-Open 2011 in New York scheiterte Magda Linette in der Qualifikation. Foto: Lbp06/oh

Von Christoph Matthies, 21.05.2014.

Braunschweig. Die Tennisdamen des BTHC haben auch ihren Heimauftakt in der 2. Bundesliga souverän gemeistert. Braunschweigs Beste widmet sich unterdessen weiter ihrer Profikarriere – zunächst auf den legendären Sandplätzen des Stade Roland Garros.

Ganz humorlos in zwei Sätzen (6:3, 6:1) hatte Magda Linette ihre Gegnerin Vanessa Henke am Sonntag vom Platz geschickt. Auch ihr Doppel mit Katharina Lehnert – wegen Regens in der Halle ausgetragen – ging in zwei Durchgängen (6:4, 6:1) klar an den BTHC, der dem altehrwürdigen Rochusclub mit 8:1 nicht den Hauch einer Chance ließ.

Die junge Polin ist in dieser Saison nicht nur die stärkste Spielerin des BTHC, sondern der gesamten zweiten Liga. „Bis Ende des Jahres möchte ich auf Rang 80 der Weltrangliste stehen“, sagt Linette zielstrebig. Derzeit ist sie die Nummer 111 der Welt, ihre beste Position im WTA-Ranking war Rang 106, den sie Ende April erobert hatte.

Auch wenn Linette, die in Split lebt und von zwei kroatischen Trainern betreut wird, schon an allen Grand-Slam-Turnieren teilgenommen hat, war bisher stets in der Qualifikation Endstation. Das soll sich schon in dieser Woche ändern: Am Montag flog das BTHC-Ass nach Paris, wo die Qualifikation für die French Open auf dem Programm steht.

Die Löwenstadt kannte die gebürtige Posenerin bereits vor ihrem Zweitliga-Engagement: Im Jahr 2009 kämpfte sie bei den Women’s Open im Bürgerpark um Preisgeld und Weltranglistenpunkte. Damals, als 17-Jährige, war für Linette schon im Achtelfinale Schluss. Seitdem hat sich in ihrer Karriere allerdings viel getan, sechs ITF-Turniere hat sie gewonnen, sie ist über den ganzen Globus gereist, hat in Hongkong, Kuala Lumpur und sogar in Tasmanien gespielt.

An Selbstbewusstsein mangelt es Linette nicht, sogar eine Position in den Top Ten der Weltspitze hält sie irgendwann für realistisch. „Aber dafür muss ich körperlich stärker werden“, räumt sie ein. Wie zum Beweis trug sie im Bürgerpark ein Schulter-Tape, da ihr die schweren Bälle bei Regen noch zu schaffen machen. Ansonsten fehle ihr mit 22 Jahren vor allem Turniererfahrung.

Die BTHC-Damen treten am Himmelfahrtstag bei Union Münster an. Bis dahin könnte auch die sympathische Polin aus Paris zurück sein, dann vielleicht als „echte“ Grand-Slam-Spielerin. Ihr Gegenüber dürfte in jedem Fall nicht viel zu lachen haben.

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