Bissige Löwen lassen die Eisbären wie Pinguine aussehen | Neue Braunschweiger
13. Februar 2015
Sportliches

Bissige Löwen lassen die Eisbären wie Pinguine aussehen

Basketball-Bundesliga: Braunschweig schlägt Bremerhaven in der Volkswagenhalle mit 92:61 (38:32).

Glänzte gegen die Eisbären mit zehn Assists als Vorbereiter: Dru Joyce. Foto: Ammerpohl.

Von Christoph Matthies, 13.02.2015.

Mit einer ihrer souveränsten Saisonleistungen haben die Basketball-Löwen am Freitagabend den Tabellenvorletzten aus Bremerhaven deutlich in die Schranken gewiesen. Nach 40 Minuten hieß es 92:61 (38:32) für den Gastgeber, der als Siebter der BBL weiter auf Playoff-Kurs bleibt.

Auch wenn es das berauschende dritte Viertel war, das die Vorentscheidung brachte: Schon in den ersten zehn Minuten hatte die Partie einige Highlights zu bieten. Mit einem fast schon anzüglichen einhändigen Slam Dunk über Eisbären-Center Devin Searcy holte Trent Lockett viele der 2775 Zuschauer in der Volkswagenhalle zum ersten Mal von den Sitzen. Überhaupt Lockett: Der BBL-Rookie aus dem kalten Minnesota lief im ersten Viertel richtig heiß. Zwei getroffene Dreier in Folge brachten seine Löwen mit 15:10 in Front. Einen weiteren brutalen Lockett-Dunking konnte 2,21-Meter-Riese Nick Schneiders, aus seiner Zeit in Braunschweig noch gut bekannt, im letzten Moment nur per Foul verhindern. Die schönste Szene der ersten Halbzeit gehörte aber Dru Joyce: Nach seinem frechen Crossover-Dribbling hatte der defensiv sehr engagierte Eisbären-Kapitän Sven Schultze einen Knoten in den Beinen – und der Braunschweiger Point Guard versenkte den offenen Dreier.

Den 23:20-Vorsprung zur ersten Viertelpause erhöhten Cornelius Adler und Immanuel McElroy schnell per Dreier auf 29:24. Und auch der eingewechselte Maurice Pluskota half nun mit vier Punkten dabei, die Gäste auf Distanz zu halten (33:24). Dru Joyce war es vorbehalten, die letzten Punkte der ersten Halbzeit zu erzielen. Im Stile eines Oberkellners servierte er per Korbleger das 38:32.

Nach dem Seitenwechsel war die Illusion eines Basketballspiels mit zwei Teams auf Augenhöhe schnell vorbei. „Wir haben schrecklich gespielt. Keine Verteidigung, und nichts, was wir uns vorgenommen haben, hat funktioniert“, formulierte der angefressene Bremerhavener Trainer Muli Katzurin nach der Partie – und meinte damit ganz besonders das dritte Viertel, das seine Eisbären, die nun eher wie Pinguine verteidigten, mit 18:36 verloren. Und die Löwen? Die spielten wie im Rausch. Nach sieben Punkten in Serie vom erneut starken Tim Abromaitis markierte Derrick Allen in der 23. Minute mit zwei Freiwürfen die erste zweistellige Führung (47:36). Auch Trent Lockett knüpfte nun an sein ausgezeichnetes erstes Viertel an. „In dieser Phase ist auch Nico Simon heißgelaufen und hat uns einen immensen Push gegeben“, hob Löwen-Coach Raoul Korner in der Presekonferenz einen Spieler hervor, der sonst eher selten im Rampenlicht steht. In nur viereinhalb Minuten machte der Scharfschütze zehn Punkte (zwei Dreier) und war somit maßgeblich beteiligt an der 74:50-Führung nach 30 Minuten, die bereits die Vorentscheidung bedeutete.

Satt waren die Löwen da allerdings immer noch nicht, besonders Kyle Visser, bis dahin eher unauffällig, wurde nun hungrig nach Punkten. Neun Zähler, alle in unmittelbarer Korbnähe, erzielte der Center, der mit einer Bänderverletzung im Daumen ins Spiel gegangen war, im Schlussabschnitt. „Es war nicht klar, wie viel er uns wird helfen können. Dass es dann so viel war, war natürlich eine angenehme Überraschung“, freute sich der Trainer über die Leistungssteigerung des zuletzt strauchelnden Amerikaners. Drei Minuten vor Schluss, bei 30 Punkten Vorsprung, konnte es sich Korner dann sogar erlauben, vier seiner Doppellizenz-Youngster gleichzeitig aufs Parkett zu schicken – nach einer überragenden zweiten Halbzeit war das Spiel längst entschieden und der deutlichste Sieg der Saison in trockenen Tüchern.

Für die Löwen punkteten: Lockett 18, Abromaitis 17 (8 Rebounds), Visser 13, Simon 10, McElroy 9, Joyce 7 (10 Assists), Allen 7, Plusota 6, Adler 3, Bogdanov 2.

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