Bordell an der Berliner Straße: Anwohner erhalten Unterstützung | Neue Braunschweiger
28. September 2020
Politik

Bordell an der Berliner Straße: Anwohner erhalten Unterstützung

Für die Bauverwaltung liegt der Fall anders

In dieser Spielhalle soll der bordellartige Betrieb entstehen . BZV-Archiv: Henning Noske

Gliesmarode. Nein, ein Bordell wünscht sich niemand in der Nachbarschaft. Nachdem die Stadtverwaltung allerdings eine diesbezügliche Bauvoranfrage positiv beschieden hat – weil das Planungsrecht aus Sicht der Bauverwaltung keine andere Möglichkeit zulässt, liegen bei den Anwohnern die Nerven blank.

Der Schulweg ihrer Kinder führt an dem Haus vorbei. Sie befürchten zudem, dass sich der Gewerbehof, sobald ein Mieter auszieht, mit ähnlichen Etablissements füllt und sich das Ganze zu einem Rotlichtviertel ausweitet.

Einfach einen neuen Bebauungsplan aufstellen, wie die BiBS es anregt, geht aus Sicht der Bauverwaltung nicht. „Die Stadt beharrt auf dieser Einschätzung“, sagt Timo Harland enttäuscht. Er wohnt im Baugebiet „Alte Baumschule“, fühlt sich wie er sagt, „frustriert und ohnmächtig“. Umso mehr hat es ihn und die Mitstreiter im Viertel gefreut, dass aus dem Rat heraus von allen Seiten politische Unterstützung kommt. Harland: „Man merkt, da bewegt sich etwas.“
Auch die Stadt ist nicht glücklich mit dem neuen Betrieb, der sich an der Berliner Straße ansiedeln möchte.

Die Polizeidirektion wurde mit ins Boot geholt, sie prüft, ob die Sperrgebietsverordnung auf diesen und andere Bereiche der Stadt ausgeweitet werden kann. Die Anwohner begrüßen diese Initiative eindeutig. „Das ist für uns die größte Hoffnung, aber es ist unsicher, ob das klappt“, sagt Harland.

Weil die Prüfung noch dauert, wird nicht schon in der nächsten Ratssitzung Ende September, sondern erst in der darauffolgenden Sitzung über den BiBS-Antrag abgestimmt. „Wir brauchen eine juristisch wasserdichte Lösung“, sagte SPD-Ratsfrau Annette Schütze und warnte vor Schnellschüssen.

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