Braunschweig will in der ersten Akku-Liga spielen

Neues Projektzentrum zur Entwicklung von Energiespeichersystemen gegründet

TU-Präsidentin Anke Kaysser-Pyzalla und Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, beim Projekt-Auftakt. Foto: Konrad

Braunschweig. Smartphones, Elektroautos oder Windräder – sie alle sind auf leistungsstarke Batterien angewiesen, und in Braunschweig sollen diese ab sofort auf den Weg gebracht werden. Im Beisein von Ministerpräsident Stephan Weil und Oberbürgermeister Ulrich Markurth wurde am Donnerstag am Forschungsflughafen ein Projektzentrum mit drei Fraunhofer-Instituten und der Technischen Universität (TU) Braunschweig gegründet.

Ziel des Projektzentrums ist es, mobile und stationäre Energiespeichersysteme zu entwickeln und für die Massenproduktion vorzubereiten. Zahlreiche Zukunftstechnologien sind von dieser Entwicklung abhängig: Elektroautos benötigen leistungsfähige Batterien, um alltagstaugliche Reichweiten erzielen zu können, der von Photovoltaikanlagen und Windrädern erzeugte Strom muss stationär gespeichert werden, um die Netze zu stabilisieren.
Für eine fünfjährige Startphase des Projektzentrums steuern die Fraunhofer-Gesellschaft und das Land Niedersachsen insgesamt 20 Millionen Euro bei. Ministerpräsident Weil sagte: „Ich bin froh darüber, dass wir nun in Niedersachsen einen weiteren Leuchtturm der Forschung und Entwicklung haben.“

Auch Braunschweigs Oberbürgermeister Markurth begrüßte das Projektzentrum am Niedersächsischen Forschungszentrum für Fahrzeugtechnik (NFF) neben dem Flughafen: „Schon jetzt hat sich die Forschungsregion Braunschweig gerade auch durch das Wirken des NFF als niedersächsischer Spitzenstandort der Fahrzeug- und Verkehrstechnik etabliert. Nun kann der Forschungsschwerpunkt Mobilität flankiert von einer Bundeseinrichtung weitergeführt und abgerundet werden. Bei der Abstimmung der Bewerbungsunterlagen haben die TU und die Stadt Braunschweig Hand in Hand gearbeitet.“

Etablierte Forschung

Eine entscheidende Rolle bei der Standortvergabe nach Braunschweig hat dabei die bereits etablierte „Battery LabFactory“ (BLB) der TU, in der bereits die Kompetenzen von acht Uni-Instituten, der Physikalisch Technischen Bundesanstalt sowie der TU Clausthal und der LU Hannover, gebündelt sind. „Die Region Braunschweig-Wolfsburg bietet ausgezeichnete Möglichkeiten für die Erforschung von modernen Energiespeichern. An der TU Braunschweig betreiben wir Grundlagenforschung und gemeinsam mit unseren Industriepartnern anwendungsnahe Forschung. Wichtige Themen sind dabei die Energieversorgung und die Mobilität der Zukunft“, sagte TU-Präsidentin Professorin Anke Kaysser-Pyzalla.

Energiesystem absichern

Professor Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, erklärte: „Das Fraunhofer-Projektzentrum flankiert die aktuellen Bemühungen von Wirtschaft und Politik, den notwendigen Umbau des deutschen Energiesystems durch hoch entwickelte elektrische Energiespeicher und Brennstoffzellen abzusichern und dadurch den Technologiestandort Deutschland langfristig zu stärken.“

Die Fraunhofer-Gesellschaft ist nach eigenen Angaben die führende Organisation für angewandte Forschung in Europa. Unter ihrem Dach arbeiten 72 Institute und Forschungseinrichtungen in ganz Deutschland. Die mehr als 25 000 Mitarbeiter forschen überwiegend im Auftrag der Industrie oder öffentlicher Projekte. Am neuen Projektzentrum in Braunschweig sind das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme, das Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung und das Institut für Schicht- und Oberflächentechnik beteiligt.

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