Brückenbauer statt harter Hund

Peter Holzer im BZV Medienhaus: Ein Aufruf zu Mut, klaren Worten und Mitgefühl

Peter Holzer signierte nach seinem Vortrag sein Buch für die Besucher. Foto: Obi-Preuß/oh

Innenstadt. Wofür lohnt es sich, in den Kampf zu ziehen? Wofür lohnt es sich, in den Konflikt zu gehen? Wohin willst du? Drei zentrale Fragen standen im Mittelpunkt beim „Weiterkommen“-Abend im BZV Medienhaus. Peter Holzer machte in seinem Vortrag „Heikle Botschaften – Unter Druck souverän bleiben“ Mut zur Wahrheit und zur klaren Haltung.

„Zur richtigen Zeit den Mund aufzumachen ist am Ende wichtiger als jede Technik“, ermunterte er dazu, mutig zu sein. „Das bedeutet nicht, dass Sie dauernd unbequem rumnörgeln müssen, aber bei wichtigen Fragen sollten Sie sich gerade machen.“

Neben dem Aufruf zum Mut hatte der studierte Betriebswirt aber auch ein paar praktische Tipps dabei, wenn es darum geht, heikle Botschaften zu überbringen. „Sie müssen spüren, ob Sie einen ängstlichen oder einen beziehungsorientierten Menschen vor sich haben, und dann ihre Körpersprache darauf einstellen.“
Mit dem starken Menschen kann direkter Blickkontakt aufgebaut und gehalten werden. „Er will spüren, dass Sie keine Angst haben“, machte Holzer deutlich. Die meisten Menschen aber seien beziehungsorientiert. „Da schreiben Sie Ihre Botschaft besser auf ein Blatt Papier und schauen während des Gesprächs darauf. Das nimmt viel Druck aus der Situation.“

Gut anzuwenden sei das auch bei Streit mit dem Nachwuchs. „Das Zimmer bitte aufräumen, sonst ist das Handy für zwei Tage weg“ ­– erst ansprechen, dann einen Zettel mit der Botschaft unter der Zimmertür durchschieben. „Und nach einer gewissen Zeit müssen Sie es natürlich auch umsetzen“, erzählte Holzer von Erfahrungen mit seinem Sohn. „Aber zwingen Sie den Nachwuchs nicht, Ihnen in die Augen zu sehen. Das ist zuviel. Und kritische Gespräche im Schlafzimmer oder am Esstisch sind tabu.“ Holzers Botschaften waren vor allem deshalb so überzeugend, weil er Beispiele aus seinem Leben preisgab. Er, der erfolgsorientierte Finanzfachmann, bekam mit Mitte zwanzig eine Krebsdiagnose und stellte sein Leben und sein Denken auf den Kopf.

Jetzt ist er lieber ein Brückenbauer, als ein harter Hund. Aber – schwierige oder heikle Botschaften sollten dennoch und zwar möglichst schnell angesprochen werden. Aber eben respektvoll. Zwischen ihm und seiner Ehefrau habe sich das Modell „20 Minuten“ bewährt: „Wenn ich merke, ich koche über, nehme ich eine Auszeit. Nach 20 Minuten reden wir dann weiter.“

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