12. Oktober 2013
Tipps

Brummis: Zu viele Mängel

Polizei führte Verkehrskontrollen in der Stadt und an der A 2 durch.

Polizeihauptkommissar Ralf Müller in Aktion: Anlässlich des bundesweiten 24-stündigen Blitz-Marathons kontrollierte der Braunschweiger Beamte den Verkehr in Watenbüttel. Im Zentrum der Messungen standen die Ausfallstraßen. Foto: Thomas Ammerpohl

Von Birgit Leute, 13.10.2013.

Braunschweig/Helmstedt. Kaputte Bremsen, zu lange Lenkzeiten und 110 Blitzersünder – das ist das Ergebnis einer großangelegte Verkehrskrontolle, die die Polizeidirektion Braunschweig in dieser Woche im Stadtgebiet und an der A 2 durchführte.

Alleine 28 Lkw „fischte“ eine Kontrollgruppe am Autobahnrastplatz Waldkater bei Helmstedt aus dem Verkehr, die dort den Güterverkehr überprüfte. 18 der kontrollierten Brummis wurden von den Beamten tatsächlich beanstandet. Die Fahrzeuge waren unter anderem mit mangelhaften Bremsanlagen oder kaputten Achsen unterwegs. Ein 30-jähriger Pole fiel besonders negativ auf: Er war auf der A 2 mit entzündlichen Flüssigkeiten unterwegs und lenkte einen Transporter, bei dem beide Bremsscheiben an den Vorderrädern gerissen waren. Die Beamten untersagten vorerst die Weiterfahrt und verlangten eine Geldbuße. Auch Verstöße gegen die sogenannte Sozialvorschrift, sprich Lenkzeiten, wurden festgestellt.
Sorgenkind A 2
Fazit: Die A 2 bleibt ein Sorgenkind. „Der Anteil der Verstöße ist nach wie vor hoch“, fasst Thomas Geese von der Polizeidirektion die Ergebnisse der Kontrollen am vergangenen Donnerstag zusammen. „Doch obwohl unsere regelmäßigen Einsätze scheinbar einer Sisyphus-Arbeit gleichkommen – wichtig sind sie dennoch, denn sie leisten einen Beitrag zur Verkehrssicherheit“, so Geese weiter, der auch an die Vernunft des Transportgewerbes appellierte: „Auf den Fahrern lastet ein unheimlicher Druck – allein ihnen die Schuld an den Verstößen zu geben, greift deshalb zu kurz.“
Parallel zur Schwerlastkontrolle fand auch der erste bundesweite Blitz-Marathon statt. Zwischen Donnerstag- und Freitagmorgen überprüften Beamte der Polizei rund 3500 Fahrzeuge und zählten dabei insgesamt 110 Verstöße gegen die Geschwindigkeitsbegrenzung.
Für die Polizei ist das Ergebnis erfreulich: „Mit einer Temposünder-Quote von 3,2 Prozent liegen wir unter dem Durchschnitt“, ordnet Polizeisprecher Wolfgang Klages ein. Die großangelegten Tempomessungen – allein in Braunschweig wurde an 50 Stellen geblitzt – waren Teil einer bundesweiten Kampagne gegen Raserunfälle. Um Gerüchten einer vermeintlichen „Abzocke“ entgegenzuwirken, hatte die Polizei die Aktion im Vorfeld bekanntgegeben. „Sicher ist auch dadurch und aufgrund der Urlaubszeit das Ergebnis insgesamt gut ausgefallen“, vermutet Klages.
Von den 110 Temposündern erhielten 89 eine Verwarnung,
20 mussten ein Bußgeld zahlen, und drei Fahrer erhielten ein Fahrverbot. „Letztere waren alle auf der Wolfenbütteler Straße unterwegs“, so Klages. Strafanzeigen, etwa wegen Trunkenheit am Steuer, mussten während der Aktion nicht ausgesprochen werden. „Wir haben uns bei der Kontrolle auf die Ausfallstraßen konzentriert, die Autofahrer oft dazu verleiten, auf‘s Gaspedal zu drücken“, so der Polizeisprecher. Gerade diese Strecken hätten es in Braunschweig in sich. „Da gibt es jede Menge von Grundstücksausfahrten, querenden Autos, Tankstellenein- und -ausfahrten, die schnell zur Gefahrenquelle werden können.“
Der ADAC hatte den Blitz-Marathon ausdrücklich begrüßt. Rasen sei kein Kavaliersdelikt, so der kommissarische Vorsitzende des ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt Ulrich Krämer. „Wir appellieren an alle Autofahrer, sich an die Verkehrsregeln zu halten.“

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