Bus und Bahn: öfter, schneller, besser

Stadt und Verkehrs-GmbH kündigen deutliche Verbesserungen zum Fahrplanwechsel an

Oberbürgermeister Ulrich Markurth (v.l.), Verkehrs-GmbH-Geschäftsführer Jörg Reincke und Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer stellten die geplanten Verbesserungen vor. Foto: Marion Korth

Braunschweig. „Die Zeit ist reif für Veränderung“, sagte Oberbürgermeister Ulrich Markurth.

Stadt und städtische Verkehrs-GmbH haben zum nächsten Fahrplanwechsel im Oktober Großes vor, wollen auf allen Hauptlinien in der Stadt einen einheitlichen 15-Minuten-Grundtakt einführen.
Die Erwartung: mehr Verlässlichkeit, höhere Attraktivität, mehr Fahrgäste.

Umfangreiche Untersuchungen sind den Vorschlägen in ihrer jetzigen Form vorausgegangen.Die Veränderungen in der Stadt hinsichtlich neuer Viertel und Baugebiete, Nutzerverhalten und Altersstrukturen wurden analysiert und Kapazitäten neu berechnet.

„Wir verteilen Leistung um“, erläuterte Verkehrs-GmbH-Geschäftsführer Jörg Reincke.
Wie und wo genau, das wird nun in den Ratsgremien diskutiert und soll am 14. Mai im Verwaltungsausschuss grünes Licht bekommen.

300 000 Streckenkilometer will die Verkehrs-GmbH jährlich mehr anbieten, unter anderem bekommt die stark genutzte Linie 1 mit der Linie 10 „eine kleine Schwester“, die zwischen Rühme und dem Hauptbahnhof zusätzlich pendelt.

Auf den besonders frequentierten Streckenabschnitten wird der Takt deutlich verdichtet, die Bahnen halten dort alle paar Minuten. „Wir geben eine Million Euro zusätzlich ins System“, sagte Markurth. Unter anderem werden vier zusätzliche Busse angeschafft.

Nicht alle Bereiche in der Stadt profitieren gleichermaßen. So wird das Angebot in Stöckheim etwas ausgedünnt, damit im Norden Orte wie Hondelage oder Waggum besser wegkommen. Unter dem Strich kommt für die gesamte Stadt ein harmonisches und fein abgestimmten Ergebnis zustande.

Derzeit macht der ÖPNV mit rund zehn Prozent einen im Vergleich zu anderen Städten geringen Anteil aus.
„Da hätten wir gern mehr“, sagte Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer. Wenn es gelinge, die Autofahrer zum Umsteigen zu bewegen, könnten ein Drittel Kraftstoff gespart werden, auch der CO2-Ausstoß sinke.

Die Erfahrung zeige, dass ein guter ÖPNV auch besser genutzt werde. Fahrgastzählsysteme liefern belastbare Daten: Werden die zusätzlichen Fahrten angenommen, muss an anderer Stelle nachjustiert werden?

Der Stadtbaurat kündigte zudem einen neuen Mobilitätsentwicklungsplan an. „Wir wollen aufhören, den Verkehr in Gruppen zu denken“, sagte er.

Mobilität findet mit dem Auto, dem Rad, in Bus und Bahn, aber auch zu Fuß statt. Auch neue Konzepte wie E-Mobilität und Car-Sharing sollen ihren Platz im Stadtraum bekommen.

Das neue Angebot wird im Internet (www.verkehr-bs.de/fahrplanwechsel) vorgestellt.

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