Bus und Tram: Auf die Minute genau informiert | Neue Braunschweiger
29. Oktober 2020
Politisches

Bus und Tram: Auf die Minute genau informiert

Eine neue Fahrgastinformation wird installiert – Nutzung auch mobil

Präsentierten den ersten Anzeiger zur dynamischen Fahrgastinformation (vorne v.l.): Oberbürgermeister Ulrich Markurth, Regionalverbandsdirektor Ralf Sygusch und BSVG-Geschäftsführer Jörg Reincke. Foto: Andreas Konrad

Braunschweig. „Man will ja wissen, wann der Bus kommt“, fasste Oberbürgermeister Ulrich Markurth locker zusammen, was er gemeinsam mit Regionalverbandsdirektor Ralf Sygusch und BSVG-Geschäftsführer Jörg Reincke am Dienstag präsentierte: Bis zum Jahr 2022 sollen regionsweit 457 neue Anzeiger zur dynamischen Fahrgastinformation installiert werden, davon 242 im Stadtgebiet von Braunschweig – der erste steht auf dem Friedrich-Wilhelm-Platz.

Das neue System ist seinem Vorgänger vor allem in einem Punkt überlegen. Wie bisher zeigt es an der Haltestelle die Minuten an, bis die nächsten Busse oder Trams eintreffen. Da die Daten aus den Fahrzeugen aber nicht allein von der Braunschweiger Leitstelle verarbeitet werden, sondern über eine landesweite Schnittstelle in Bremen fließen, können jetzt auch externe Systeme die Daten nutzen.

Das heißt, die App der Braunschweiger Verkehrs GmbH oder die Homepages der Deutschen Bahn sowie des Regionalverbandes informieren jetzt in Echtzeit, wann Bus oder Tram die gewünschte Haltestelle erreichen. Vor Ort an den Haltestellen können sich die Fahrgäste diese Information auf Knopfdruck sogar vorlesen lassen.

Die neue Fahrgastinformation. Foto: Andreas Konrad

„Qualität, Zugang und Verlässlichkeit sind wichtig für die Verkehrswende“, sagte Ralf Sygusch mit Blick auf den öffentlichen Nahverkehr. Insgesamt seien 20 Kommunen an dem neuen System beteiligt, was den Punkt Qualität sehr erhöht. Die unmittelbare Fahrplan-Information ist für alle Verkehrsgesellschaften der Region verfügbar – allerdings nur an Haltestellen, die über eine Frequentierung von 150 Ein-/Ausstiegen pro Stunde verfügen. Das sei ein Förderkriterium gewesen, so Sygusch weiter. Das Echtzeitprojekt wird durch das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung gefördert. Zusätzlich leistet der Regionalverband eine Koförderung.

Insgesamt 30 Millionen Euro kostet die Installation des Systems, rund ein Drittel entfällt dabei auf die Anzeiger an den Haltestellen, die jetzt schrittweise errichtet werden. Der Regionalverband Braunschweig informiert auf seiner Homepage in einer interaktiven Karte über die aktuell errichteten Standorte.
Parallel dazu müssten die Busse noch auf einen digitalen Funkstandard umgerüstet werden, dies werde etwa zwei, drei Monate dauern, erläutert BSVG-Geschäftsführer Jörg Reincke. Erst dann funktioniert das neue System vollumfänglich. Und ab diesem Zeitpunkt wird man auch in unserer Region ganz genau wissen, wann der Bus oder die nächste Tram kommen.

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