Cäsaren, Helden und Heilige | Neue Braunschweiger
31. August 2013
Kulturelles

Cäsaren, Helden und Heilige

Herzog-Anton-Ulrich-Museum präsentiert Begleitausstellung.

Die germanischen Fürsten Marcomir und Malovend, nach einem Entwurf von Johann Jacob von Sandrart, Modelleur Anton Carl Luplau, Manufaktur Fürstenberg, 1772, Porzellan, Herzog- Anton-Ulrich-Museum. Foto: C. Cordes/oh

Von André Pause, 01.09.2013

Braunschweig. Wäre die mit Spannung erwartete Landesausstellung „Roms vergessener Feldzug“ ein Produkt im virtuellen Regal eines Onlinehändlers, würde es wahrscheinlich heißen: Besucher, die sich diese Ausstellung angesehen haben, sahen auch „Caesaren, Helden & Heilige. Der römische Soldat in neuzeitlichen Darstellungen“.

In der Kemenate der Burg Dankwarderode, nur den gern zitierten Steinwurf vom Braunschweigischen Landesmuseum entfernt, präsentiert das Herzog-Anton-Ulrich-Museum, ebenfalls vom 1. September bis zum 19. Januar, in 16 Steh- und Tischvitrinen etwa 90 Objekte, die einen außergewöhnlichen Blick auf die römische Antike erlauben. Grafiken, Majoliken, Porzellan- und Elfenbeinobjekte sowie Bronze- und Goldschmiedearbeiten zeichnen dabei ein Bild antiker Themen und Bildmotive in neuzeitlicher Rezeption, zeigen die Antike als Ideal der Renaissance, den römischen Soldaten als Bildchiffre für abstrakte Begriffe wie Stärke oder Kampfbereitschaft.
„Wir wollten im Ergebnis mit der Nachbarausstellung so viel wie möglich zu tun haben, zugleich aber auch Distanz aufbauen“, berichtet Kurator Dr. Alfred Walz. Das Ziel: Ein Kontrastprogramm zur harten Realität der römischen Antike zu schaffen, das eher den Charakter einer Kunstausstellung hat. So sei weniger mit streng wissenschaftlicher Vorgabe gearbeitet worden. Vielmehr sollte aus der Fülle des Materials ein Gesamtwerk sichtbar gemacht werden, das mehr bietet als vollgemachte Vitrinen mit fürstlicher Kunst.
In elf Kapitel, das Erste besitzt den Charakter einer Einleitung, hat Walz die einräumige Ausstellung gegliedert. Auf Gemälde wurde aus Platzgründen verzichtet. Antike Cäsaren, neuzeitliche Fürsten im Cäsarengewand, der Kriegsgott Mars, bewaffnete Gestalten der antiken Mythologie, römische Kriegshelden, Schlachtenbilder, allegorische und emblematische Figuren, Trophäen, christliche Krieger und germanische Krieger bilden die weiteren Komponenten. Die Figuren und Figurengruppen der Germanen-Vitrine sind es schließlich, die hinüber ins Landesmuseum winken, eine Brücke schlagen.
Geöffnet ist die Begleitausstellung „Caesaren, Helden & Heilige“ vom 1. bis zum 30. September dienstags sowie donnerstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr, mittwochs von 13 bis 20 Uhr. Ab 1. Oktober dienstags von 11 bis 20 Uhr sowie mittwochs bis sonntags von 11 bis 18 Uhr. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.museum-braunschweig.de .

Auch interessant