CDU: „Etablissement mit allen Mitteln verhindern“ | Neue Braunschweiger
24. September 2020
Politik

CDU: „Etablissement mit allen Mitteln verhindern“

Pläne für einen bordellartigen Betrieb in Gliesmarode erhitzt weiter die Gemüter

In dieser Spielhalle soll der bordellartige Betrieb entstehen . BZV-Archiv: Henning Noske

Gliesmarode. Seit im August bekannt wurde, dass an der Berliner Straße ein bordellartiger Betrieb geplant ist, reißt die Kritik nicht ab. Die Stadt steckt in einer Zwickmühle. Wie die NB in ihrer Ausgabe vom 19. August berichtete, ist die Einrichtung im Gebäude einer Spielhalle planungsrechtlich zulässig.

In dieser Woche bezog auch die CDU-Fraktion im Rat Stellung. „Wir werden versuchen, ein solches Etablissement an dieser Stelle mit allen noch zur Verfügung stehenden rechtlichen Mitteln zu verhindern“, betonte der Fraktionsvorsitzende Thorsten Köster.

Hier ginge es um den moralischen Schutz für Kinder und Jugendliche sowie um wirtschaftlichen Schutz für Immobilieneigentümer wegen des zu erwartenden Trading-down-Effekts des gesamten Gebiets. „Die Verwaltung hat uns mitgeteilt, dass die Ansiedlung ‚rechtlich nicht zu verhindern‘ sei. Es liegen uns aber gleichzeitig zwei juristische Stellungnahmen der Anlieger vor, wonach eine Veränderung des Bebauungsplans angesichts der besonderen städtebaulichen Situation einer rechtlichen Überprüfung standhalten würde. Es muss nun der Weg gefunden werden, mit dem die Ansiedlung rechtssicher verhindert werden kann“, erklärt Köster.

Auch NB-Leserin Ingrid Laval macht sich Sorgen. „Wir, die Bewohner des Wohngebiets ‘Alte Baumschule’, brauchen gerade alle Unterstützung, damit mehr Leute über dieses Projekt informiert werden“, schreibt sie. „Wenn ein Bordell dort kommt, wird es zwangsläufig dazu führen, dass andere hinzukommen. Wir fürchten um zahlreiche milieutypische Begleiterscheinungen – Belästigungen durch alkoholisierte oder unzufriedene Kunden, organisierte Kriminalität, Menschen-und Drogenhandel, ausbeutende Zuhälterei, Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung und Verstöße gegen das Waffenrecht.“

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