Chiefs-Fan Tomlin zieht vor Brady den Hut | Neue Braunschweiger
6. Februar 2021
Sport

Chiefs-Fan Tomlin zieht vor Brady den Hut

Football: In der Nacht zu Montag steigt der Super Bowl – Lions-Saison soll am 5. Juni starten

Tom Brady steht zum zehnten Mal im Super Bowl. Foto: Dirk Shadd/imago images

Braunschweig. Auf der ganzen Welt fiebern Millionen Menschen dem 55. Super Bowl entgegen, der in der Nacht zu Montag ausgespielt wird (0.30 Uhr/Übertragung auf ProSieben ab 22.40 Uhr). Auch Troy Tomlin, Cheftrainer der Lions-Footballer, wird das NFL-Endspiel zwischen den Tampa Bay Buccaneers und den Kansas City Chiefs verfolgen – und für letztere die Daumen drücken.

„Ich komme aus Omaha im Bundesstaat Nebraska, das ist über die Autobahn nur zwei Stunden von Kansas City entfernt“, erzählt Tomlin und erklärt, warum sein Herz seit jeher für die Chiefs schlägt: „Es ist die Mannschaft, die ich als Kind habe spielen sehen.“ Doch während er dem Titelverteidiger um seinen Ausnahme-Quarterback Patrick Mahomes den erneuten Erfolg wünscht, hegt er auch gewisse Sympathien für die Buccaneers aus Florida – vor allem wegen ihres legendären Spielmachers, der den Underdog in ein Topteam verwandelte. „Was Tom Brady mit den Buccaneers geschafft hat, ist schon großartig. Er hat es in seiner 21. Saison zum zehnten Mal in den Super Bowl geschafft. Das ist großartig“, schwärmt der Braunschweiger Erfolgscoach von dem nimmermüden NFL-Altmeister (43), der den Super Bowl zum siebten Mal gewinnen möchte.

Die allgemeine Einschätzung, dass Kansas City als leichter Favorit in die Partie geht, teilt Tomlin, wendet aber ein, dass man ein Team mit Brady nie unterschätzen dürfe. Den Heimvorteil, den die Buccaneers als erste Mannschaft in der langen Geschichte des Super Bowl genießen dürfen, sieht er in Corona-Zeiten indes nicht als entscheidenden Faktor. Immerhin 22 000 Zuschauer, davon 7500 geimpfte Pflegekräfte, die von der NFL mit Freikarten bedacht worden sind, werden im Stadion zugegen sein.

Derweil denkt Tomlin schon über das Football-Event des Jahres hinaus. „In den USA geht die Football-Saison zu Ende. Hoffentlich haben wir dann auch eine Saison in Deutschland“, sinniert er, nachdem die Spielzeit im Vorjahr komplett der Pandemie zum Opfer gefallen war. Die German Football League (GFL) hat die ersten Pflöcke für die Saison 2021 eingeschlagen. Beginnen soll diese am ersten Juni-Wochenende, zehn statt der zuletzt üblichen 14 Partien muss jede Mannschaft während der Hauptrunde absolvieren, ehe Mitte September die Playoffs beginnen. Der German Bowl soll am 9. Oktober in Frankfurt/Main stattfinden. „Alles ist natürlich abhängig vom Virus und dem Impfstoff“, stellt Tomlin hinsichtlich des Saisonkalenders klar, „aber wir machen unsere Planung wie vor einer normalen Saison.“ Im Mai möchte der 52-Jährige seinen Kader erstmals zum Mannschaftstraining zusammenholen. Auf den Ausländerpositionen planen die New Yorker Lions weitgehend mit den Akteuren, die sie bereits vor der vergangenen, ausgefallenen Spielzeit an Bord geholt hatten. „Wir sind in Gesprächen mit den Jungs aus dem letzten Jahr und ein paar Spielern aus Amerika“, berichtet der Trainer.

Bevor Tomlin mit seinen Lions in die Mission Titelverteidigung starten kann, muss er zunächst aber die lange Super-Bowl-Nacht überstehen – allein in den eigenen vier Wänden, anstatt, wie sonst, mit der ganzen Mannschaft im Kino. „Vielleicht werde ich mir Kaffee kochen und ein paar Red Bull trinken“, verrät der Meistercoach, der so lange Nächte eigentlich nicht gewöhnt ist. Ein erneuter Triumph seiner Kansas City Chiefs würde für den entgangenen Schlaf sicher entschädigen.

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