• Home
  • > >
  • China Study – die Grundlage für viele Veganer

China Study – die Grundlage für viele Veganer

Die vegane Bewegung wird immer größer – In Braunschweig gab es ein Vegan-Life-Festival, außerdem gibt es ein veganes Café in der Stadt.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 26.01.2014.

Braunschweig. Muffins ohne Eier gebacken, Döner ohne Fleisch. Und die Besucher kamen in Scharen: Das jüngste Vegan-Life-Festival auf dem Platz der Deutschen Einheit zeigte eindrucksvoll, dass sich immer mehr Menschen mit dem Thema auseinandersetzen. „Längst kommt nicht mehr nur die als Ökofreaks belächelte Szene“, sagte Festivalorganisatorin Sabine Pankau, „sondern aus allen gesellschaftlichen Bereichen und aus jeder Altersklasse haben wir Besucher hier.“

Und Braunschweig hat auch ein veganes Café – „Mickey & Molly“ am Altewiekring, direkt daneben bietet ein kleiner Supermarkt vegane Produkte an.
Vegan heißt: keine tierischen Produkte. Also fleischlos wie die Vegetarier, aber darüber hinaus auch keine Eier, keine Milch, keine Sahne, kein Joghurt, kein Honig, kein Käse und so weiter. Überzeugte Veganer tragen auch keine Lederkleidung.

Ethische Positionen

Eine Bewegung, die größer wird. Zum Teil aus bestimmten ethischen Positionen heraus, zum Teil, weil Veganer davon überzeugt sind, dass eine Ernährung ohne tierische Produkte der Gesundheit dient.
Für weiterführende Informationen empfahl Sabine Pankau die „China Study“ – die aktuelle „Bibel“ der Bewegung, die dem Gedanken um vegane Ernährung zugrunde liegt. „Die wissenschaftliche Begründung für eine vegane Ernährungsweise“ heißt es im Untertitel der inzwischen zweiten Auflage. T. Colin Campbell leitete das sogenannte China-Cornell-Oxford Project – eine großangelegte, von der Cornell University, der University of Oxford und der chinesischen Regierung unterstützte, epidemiologische Studie, die im ländlichen China der 1970er und 1980er Jahre durchgeführt wurde.

Einfluss auf Gesundheit

In The China Study interpretieren die Campbells im Rahmen dieses Studienprojekts gewonnene Daten hinsichtlich der Beziehung zwischen dem Verzehr von tierischen Produkten und dem Auftreten von Krankheiten wie Krebs (Brust, Prostata, Enddarm), Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen, Fettleibigkeit, Autoimmunerkrankungen, Osteoporose oder degenerativen Gehirnerkrankungen.

Die Autoren kommen zum Ergebnis, dass selbst geringe Mengen tierischer Produkte bereits einen signifikanten Einfluss auf chronische Erkrankungen haben. Eine Senkung des Anteils an tierischen Lebensmitteln in der Nahrung bringe gesundheitliche Vorteile mit sich, insbesondere die Verringerung auf einen Bereich von zehn Prozent bis null Prozent der gesamten aufgenommenen Energiemenge. Der optimale Anteil an tierischen Lebensmitteln sollte ihrer Meinung nach null sein, zumindest für Personen mit einer Prädisposition für eine degenerative Erkrankung (vgl. Campbell 2006, Seite 242).

Nicht unumstritten

Die Autoren empfehlen eine möglichst weitgehende Vermeidung von Tierprodukten in der Nahrung, also eine möglichst vegane Ernährung. Zusätzlich soll die Aufnahme von verarbeiteten Nahrungsmitteln und raffinierten Kohlenhydraten, wie Zucker oder Mehl, reduziert werden. Geringe Beimengungen tierischer Produkte halten sie allerdings für „höchstwahrscheinlich ernährungstechnisch unerheblich“ .
„Ich werde nicht von Ihnen erwarten, dass Sie den Schlussfolgerungen glauben, die auf meinen persönlichen Beobachtungen beruhen“, sagt Colin Campbell in der Einleitung. Er verweist auf 750 Literaturangaben in der Studie, „die überwältigende Mehrheit besteht aus primären Informationsquellen, einschließlich Hunderter wissenschaftlicher Publikationen anderer Forscher.“
Zur Wahrheit gehört aber auch, dass es andere Studien gibt, die nur geringe wissenschaftliche Unterschiede zwischen Vegetariern und „gesundheitsbewussten“ Nichtvegetariern gefunden haben.
Auf jeden Fall ist die „China Study“ ein interessantes Werk für alle, die sich mit dem Thema vegane Ernährung auseinandersetzen wollen.

^